BIZZ-Exklusiv
05.12.2013

„Wir werden den Energieverbrauch in der Produktion halbieren“

BMW
Produktionsvorstand Harald Krüger gilt als potentieller Nachfolger des Vorstandschefs Norbert Reithofer

BMW-Vorstand Harald Krüger erklärt BIZZ energy today das neue, weltumspannende Produktionskonzept für das Elektroauto i3.

BIZZ energy today: Herr Krüger, gerade erst hat BMW die Serienfertigung des i3 gestartet. Wie baut man denn so ein Elektroauto?

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Harald Krüger: Der BMW i3 war von Anfang an als Elektroauto konzipiert, ein Purpose-Built-Design für Elektromobilität und kein Umbau eines bereits vorhandenen konventionellen Fahrzeugs. Dafür setzen wir ein Drive-Modul aus Aluminium ein, das gut geschützt den Hochvoltspeicher, den Elektroantrieb und das Fahrwerk beinhaltet und dem Fahrzeug einen niedrigen Schwerpunkt gibt. Auf das Drive-Modul montieren wir in Leipzig das Life-Modul, das die komplette Fahrgastzelle umfasst. Das Life-Modul besteht aus dem Carbon-Werkstoff CFK, der zugleich sehr leicht, hochfest und belastbar ist. Durch den Einsatz von CFK können wir das hohe Gewicht der Batterie kompensieren.

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Was sind die größten Unterschiede zum klassischen Automobilbau?

Wir haben uns für die Produktion des BMW i3 anspruchsvolle Ziele gesetzt: Wir werden den Energieverbrauch pro Fahrzeug in der Produktion halbieren und den Wasserverbrauch sogar um 70 Prozent gegenüber einer konventionellen Fertigung reduzieren. Die Durchlaufzeit in der Leipziger Fertigung ist ebenfalls stark reduziert. Möglich wird dies durch den Einsatz von CFK und dem Life-Drive-Konzept. Die vollständig verklebte CFK-Karosserie besteht aufgrund der hohen geometrischen Integrationsmöglichkeiten des Materials aus zwei Drittel weniger Bauteilen gegenüber einer Stahlkarosserie – das senkt die Anzahl der Fertigungsschritte. 

Ist die Versorgung mit CFK gesichert?

Ja. Wir haben für die Versorgung der BMW-i-Fertigung eine eigene CFK-Produktionskette aufgebaut. Das beginnt mit der Carbonfaser-Produktion in unserem Joint Venture in Moses Lake in den USA, geht über die CFK-Gelegefertigung in Wackersdorf bis hin zur Teilefertigung in Landshut und Leipzig. So können wir flexibel auf die Nachfrage reagieren. 

Harald Krüger arbeitet seit mehr als 20 Jahren für BMW. 2008 stieg er dort in den Vorstand auf, zunächst zuständig für Personal. Im April 2013 übernahm der Maschinenbauer die Verantwortung für die Produktion. Viele Branchenbeobachter glauben: Der 47-Jährige könnte BMW-Vorstandschef Norbert Reithofer beerben.  

 
Karsten Wiedemann
Keywords:
E-Mobilität | BMW | Harald Krüger
Ressorts:
Technology | Community

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