Klimawandel
24.08.2018

19 Großstädte wollen Gebäude CO2-neutral machen

Foto: istock/TomasSereda
Für New York City ist der Klimawandel eine zentrale Bedrohung, sagt Bürgermeister Bill de Blasio.

Paris, London, Tokio, New York und Washington zählen zu den Metropolen, die sich mit der Initiative zu mehr Klimaschutz bekennen. Deutsche Städte sind nicht dabei.

Bis zum Jahr 2050 sollen alle Gebäude in 19 Großstädten weltweit CO2-neutral sein, um einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Die Bürgermeister der beteiligten Metropolen versprachen dies am  Donnerstag, meldet die Thomson Reuters Foundation. Zu den beteiligten Städten gehören Paris, London, Tokio, New York und Washington. Eine deutsche Stadt ist nicht dabei.

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Die 19 Bürgermeister bekennen sich dazu, Regeln einführen, wonach alle neuen Gebäude bis zum Jahr 2030 CO2-neutral sein müssen. Für alle bereits existierenden Gebäude soll dieses Ziel bis 2050 erreicht sein. New Yorks Stadtoberhaupt Bill de Blasio erklärte dazu: „Der Klimawandel stellt eine existenzielle Bedrohung für New York City dar, und es ist ein Schlüsselbestandteil der Lösung, unsere Gebäude nachhaltiger und effizienter zu machen.“ 

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Grüne beklagen fehlenden Rückenwind aus der Bundespolitik

Ähnlich äußerte sich die Bürgermeisterin von Frankreichs Hauptstadt: „Paris ist die Heimat einiger der schönsten und ikonischsten Gebäude der Welt“, sagte Anne Hidalgo. „Wir erkennen unsere Verantwortung, sicherzustellen, dass jedes Gebäude – ob historisch oder brandneu – dabei hilft, eine nachhaltige Zukunft zu schaffen.“

Neben den Hauptstädten der USA, Japans, Frankreichs und Großbritanniens haben auch Metropolen wie Los Angeles, San Francisco, Montreal, Toronto, Kopenhagen und Stockholm die Vereinbarung unterzeichnet. Aus Südafrika sind Johannesburg und Tshwane (Pretoria) dabei, auch Sydney, die größte Stadt Australiens, macht mit.

Keine lateinamerikanische Stadt dabei

Auffällig ist, wer fehlt: Keine einzige lateinamerikanische Stadt beteiligt sich, auch aus Russland, Indien und China findet sich kein Name auf der Liste. Gleiches gilt für Italien, Spanien – und für Deutschland.

„Die Initiative der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister zeigt, dass politisch Verantwortliche weltweit den Klimaschutz voranbringen wollen“, sagt die energiepolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Julia Verlinden auf Anfrage von bizz energy. „Das ist ein wichtiges Korrektiv zu den Regierungen, die die Energiewende nicht entschlossen genug angehen oder sogar bremsen wollen.“

Grüne: "Bremserkurs endlich beenden"

Gerade im Gebäudebestand müsse noch sehr viel passieren, „damit die Menschen komfortabel und klimaverträglich wohnen können“. Verlinden begrüßt den Vorstoß der 19 Städte, lässt aber unkommentiert, warum das rot-rot-grün regierte Berlin nicht mitmacht.

Die Politikerin verweist darauf, dass es auch in Deutschland tatkräftige Initiativen von Städten und Gemeinden für mehr Klimaschutz gebe, beispielsweise das Klima-Bündnis oder die Masterplan-Kommunen. „Doch den engagierten Klimaschutzregionen fehlt der Rückenwind aus Berlin“, beklagt Verlinden. „Die Bundesregierung muss ihren Bremserkurs bei der Energiewende endlich beenden und vor allem im Gebäudebereich die richtigen Weichen stellen“, fordert die Energieexpertin, „dazu gehört ein ambitionierter Energiestandard für Neubauten und wirksame Programme für Energieeffizienz und erneuerbare Wärme.“ Auch die KfW-Förderung für fossile Heizungen in Millionen-Höhe sei  „völlig kontraproduktiv“ für die Bemühungen der Kommunen.

Lesen Sie auch: Erneuerbaren-Branche – Regierung verhindert Klimaschutz

Gregor Hallmann
Keywords:
Gebäudeenergie | erneuerbare Energien | Klimawandel | Klimaschutz | Großstädte | Initiative
Ressorts:
Governance

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