EEG-Umlage
15.10.2013

24 Milliarden für den Ausbau der Erneuerbaren

depositphotos, Addy Ho

Nun ist es amtlich. Nach der Prognose der vier Übertragungsnetzbetreiber steigt die EEG-Umlage um fast 20 Prozent oder 1 Cent auf 6,24 Cent pro Kilowattstunde. Bundesumweltminister Peter Altmaier nutzt den Anstieg, um Werbung für seine Strompreisbremse zu machen.

Die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB), 50 Hertz, Amprion, Tennet und TransnetBW, haben heute die Höhe der Umlage aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz für 2014 veröffentlicht. Wie zuvor bereits bekannt, werden im kommenden Jahr 6,24 Eurocent pro Kilowattstunde (kWh) erhoben. Nach 5,28 Cent in diesem Jahr steigt die Umlage damit um knapp 20 Prozent.

Anzeige

Insgesamt 23,6 Milliarden Euro werden 2014 für die Förderung der erneuerbaren Energien umgelegt, sagt die Prognose der ÜNB. Darin enthalten ist auch der Fehlbetrag des Umlagekontos aus diesem Jahr, der bei knapp 2,2 Milliarden Euro lag und rund 0,6 Cent pro kWh der neuen Umlage ausmacht. 

Anzeige

Die Netzbetreiber rechnen im kommenden Jahr mit 150 Terawattstunden Strom aus erneuerbaren Energien, elf Prozent mehr als in diesem Jahr. Dieser Strom muss, abzüglich des an der Börse vermarkteten Anteils, mit insgesamt 19,1 Milliarden Euro vergütet werden. Das entspricht einem Umlage-Anteil von fünf Cent pro KWh. Rund 2,4 Cent entfallen davon auf die Photovoltaik, 1,3 Cent auf Biomasse, 1 Cent auf Wind Onshore und 0,3 Cent auf Wind Offshore. 

Um die klimabedingten Schwankungen einer Einspeisung aus der Photovoltaik oder der Windenergie abzusichern, ist in der Prognose für 2014 eine gesetzlich vorgeschriebene Liquiditätsreserve von 0,5 Cent pro KWh mit einberechnet. Unter sonstige Kosten kommen noch einmal 0,1 Cent pro kWh hinzu, was die EEG-Umlage 2014 auf die genannten 6,24 Cent pro Kilowattstunde summiert.  

Umweltminister Peter Altmaier betonte am Dienstag, der Anstieg der EEG-Umlage hätte verhindert werden können, wenn sich Bund und Länder rechtzeitig auf die Einführung einer Strompreisbremse geeinigt hätten. Der erneute Anstieg macht eindrucksvoll deutlich, dass eine grundlegende Reform des EEG zu den wichtigsten Aufgaben jeder neuen Bundesregierung gehört.

Rufe nach Reformen werden lauter

Der Ärger über den erneut starken Anstieg der Umlage zieht sich durch fast alle politischen und wirtschaftlichen Lager. „Bereits jetzt kostet die EEG-Umlage jeden Tag 56 Millionen Euro, davon trägt die Wirtschaft fast 30 Millionen Euro“, sagte Markus Kerber, Hauptgeschäftsführer die Industrieverbandes BDI. Anstelle von festen Einspeisevergütungen fordert er „marktnähere Förderinstrumente“. 

Einen Schritt weiter geht Utz Tillmann, Chef des Chemieverbandes VCI und Sprecher der Energieintensiven Industrien in Deutschland: „Die kommende Bundesregierung sollte als Sofortmaßnahme die weitere Förderung für Neuanlagen aussetzen, um so Zeit für eine umfassende Reform des EEG zu gewinnen.“ Auch für die energieintensiven Branchen würden die Belastungen 2014 auf mindestens 1,9 Milliarden Euro pro Jahr wachsen, da nur ein kleiner Teil der Unternehmen von Entlastungsregeln profitierten.

Eine ganz anderere Richtung schlägt Oliver Krischer, Grünen-Sprecher für Energiewirtschaft, ein. So müssten zum Beispiel die Industrieprivilegien auf das Niveau von 2008 zurückgeführt werden, sagte Krischer. Für den Grünen sind die Probleme der Umlage klar: „Sie steigt, weil der Strommarkt nicht funktioniert und die alte Regierung immer mehr Industriesubventionen auf die nicht privilegierten Stromverbraucher abwälzte.“

BDEW: Anforderungen an Erneuerbare wachsen

Die Vorsitzende des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft betonte angesichts der steigenden Kosten die Notwendigkeit das EEG grundlegend zu reformieren. „Heute erwarten wir von den Erneuerbaren nur, dass sie ökologisch Strom produzieren. Künftig müssen sie dies aber auch zuverlässig und ökonomisch tun. Das sind zwei neue Anforderungen, ohne die die Erneuerbaren keine Zukunft haben werden.“

Der Bundesverband Neuer Energieanbieter rief Stromkunden dazu auf, von Ihrem Recht auf einen Wechsel zu einem anderen Anbieter Gebrauch zu machen. „Durch den schlichten Wechsel zu einem seriösen neuen Stromanbieter können Verbraucher die zusätzliche  finanzielle Belastung durch die erhöhte EEG-Umlage leicht kompensieren“, betonte Geschäftsführer Robert Busch.

 

Daniel Seeger
Keywords:
Erneuerbare-Energien-Gesetz | EEG-Umlage | Übertragungsnetzbetreiber | Strompreis
Ressorts:
Governance | Markets

Neuen Kommentar schreiben

 

Newsletter bestellen – Wunschausgabe erhalten

Jetzt den wöchentlichen
Newsletter bizz energy weekly abonnieren
und eine Ausgabe
Ihrer Wahl kostenlos erhalten.

Hier geht es zur Aktion!

 
 

bizz energy Research

Energie, Digitalisierung und Mobilität.
Unsere Factsheets bieten visualisierte Daten, liefern Fakten und stellen Zusammenhänge zu den Top-Themen der Energiewende dar.


Mehr Informationen