Photovoltaik
28.01.2014

40 Prozent weniger Solar-Jobs

Depositphotos; Titelbild: SMA

Dramatischer Stellenabbau im Jahr 2013: Der Bundesverband Solarwirtschaft vermeldet Rückgang der Arbeitsplatzzahlen auf rund 60.000 von 100.000 im Vorjahr. Der Verband kritisiert „übertriebene Fördereinschnitte“ der Bundesregierung.

Die Zahl der Jobs in der deutschen Solarindustrie schwindet rasend schnell. Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) spricht von beinahe einer Halbierung von 100.000 Beschäftigten in 2012 auf rund 60.000 Ende 2013, wie BIZZ energy today auf Anfrage erfuhr. Für diese Statistik werden Teilzeitstellen zu Vollzeitäquivalenten zusammengefasst. „Die aktuelle Konsolidierungswelle ist nicht nur Folge eines harten internationalen Verdrängungswettbewerbs. Viele Pleiten und Geschäftsniederlegungen sind auch Resultat übertriebener Fördereinschnitte in den letzten eineinhalb Jahren“, kritisierte eine Sprecherin. In der Folge sei die Photovoltaik-Nachfrage 2013 um über 50 Prozent eingebrochen. Ein derart starker und kurzfristiger Einbruch der Inlandsnachfrage sei von vielen Unternehmen nicht durch Auslandsgeschäfte kompensiert worden, zumal auch in anderen europäischen Ländern der PV-Markt in den letzten Monaten geschrumpft sei.

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Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) berichtete von „gerade noch rund 4.800 Personen“, die in der Herstellung von Solarzellen und -modulen beschäftigt seien – im Gegensatz zu 10.200 Beschäftigten Anfang 2012. Die FAZ beruft sich dabei auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Der BSW wies diese Rechnung in seiner Antwort jedoch zurück und erklärte, dass „an der Produktion zahlreiche andere Wertschöpfungsstufen hängen, die ebenso zu beachten sind“.

Der Verband rechnet nicht nur Beschäftigte hinzu, die von der Statistik nicht erfasst werden, zum Beispiel Solar-Installateure. Er geht auch von deutlich mehr Beschäftigten bei den Herstellern aus als das Statistische Bundesamt. Allein in der PV-Produktion seien 2011 rund 22.000 vollzeitäquivalente Arbeitsplätze ermittelt worden. Dabei wurden Jobs in den Wertschöpfungsstufen Silizium, Zellen, Module und Wechselrichter erfasst. „Diese Zahl hat sich nach unseren Kenntnissen binnen zwei Jahren auf rund 11.000 halbiert“, so der BSW. Bereits 2012 sei gut ein Viertel der Jobs verloren gegangen.

Die Anzahl der Hersteller dagegensei relativ stabil und habe 2011 und 2012 bei etwa 200 gelegen. Dies sei auch eine Folge davon, dass zum Beispiel im Speicherbereich neue Anbieter auf den Markt kämen.

Der Verband fordert von der Bundesregierung eine Nachbesserung bei der Förderung. „Es wird jetzt darauf ankommen, dass die Bundesregierung mit der Novelle des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) verlässliche und attraktive Rahmenbedingungen für neue Investitionen in Solarstromanlagen schafft.“

Das Bundeskabinett hatte vorige Woche beschlossen, den Neubau von Solaranlagen auf 2.500 Megawatt pro Jahr zu begrenzen, indem die Förderhöhe, die im EEG festgeschrieben ist, weiter abgesenkt wird. Zudem soll der Eigenverbrauch von Solarstrom mit einem Beitrag zur EEG-Umlage belastet werden. 2010 bis 2012 wurden Anlagen jährlich Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von 7.500 Megawatt ans Netz gebracht. Voriges Jahr lag der Zubau bei 3.300 Megawatt.

 

Daniel Zugehör
Keywords:
Photovoltaik | Solarbranche | Beschäftigung
Ressorts:
Markets

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