Ende des vergangenen Jahres konnten E-Autofahrer in Deutschland ihre Fahrzeuge an rund 5.500 öffentlichen Ladepunkten anschließen. Seit Mitte 2014 ist die Zahl damit um 18 Prozent gestiegen, wie eine Umfrage des Bundesverbands Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) unter seinen Mitgliedern und Marktteilnehmern ergab.

Bundesweit verfügen knapp 840 Städte und Gemeinden über eine Strom-Tankstelle. In NRW (1.321 Ladepunkte) und Baden-Württemberg (1.115) stehen die meisten. Bei den Städten führen Stuttgart (384) und Berlin (247) an. 

BDEW-Geschäftsführer Roger Kohlmann mahnte jedoch in Richtung Politik: „Um den weiteren Zuwachs der defizitären öffentlichen Ladeinfrastruktur parallel zum Fahrzeughochlauf in Deutschland sicherzustellen, brauchen wir ein partnerschaftliches Konzept zur Finanzierung zwischen öffentlicher Hand und der Wirtschaft.“

Um die Akzeptanz der Elektromobilität in der Bevölkerung zu steigern, sei insbesondere „ein einheitliches Bezahl- und Zugangssystem“ für die Ladesäulen zuständig, sagte Kohlmann weiter. 

Die Bundesregierung hält weiter an dem im Koaltitionsvertrag vereinbarten Ziel fest, die Anzahl der E-Autos bis 2020 auf eine Million zu erhöhen. 

In der vergangenen Woche hatten verschiedene Medien berichtet, die Bundesregierung kippe das ursprüngliche Ziel. Ausgelöst wurden die Spekulationen durch eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion, auf die das Bundeswirtschaftsministerium ohne die Nennung einer konkreten Zahl reagiert hatte. Gegenüber Zeit-Online hieß es seitens des Wirtschaftsministeriums jedoch zur Wochenmitte, man betrachte die Zielgröße von einer Million Elektrofahrzeuge „weiterhin als realistisch“.

Im März wurden nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes 1.300 E-Autos in Deutschland zugelassen - so viele wie in keinem Monat zuvor. Damit halten die Stromer einen Anteil von 0,4 Prozent am Gesamtmarkt.

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