Wasserstoff
29.11.2012

80 Millionen für Hybrid-Kraftwerk

Foto: Statoil
Elektrolyseur

Das Brandenburger Energieunternehmen Enertrag baut in Frankreich einen Solarpark. Aus dem gewonnenen Strom wird Wasserstoff.

Das Unternehmen mit Sitz im brandenburgischen Dauerthal wird in Camprai 100 Kilometer nördlich von Paris einen Solarpark mit 60 Megawatt Leistung bauen. Der gewonnene Strom wird vor Ort  per Elektrolyse in Wasserstoff umgewandelt. Das Gas läßt sich dann entweder als Kraftstoff nutzen oder ins Erdgasnetz einspeisen. Das Projekt wird 80 Milionen Euro kosten.

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Enertrag betreibt bereits im brandenburgischen Prenzlau ein Hybrid-Kraftwerk. Dort wird Strom aus Windanlagen zur Produktion von Wasserstoff genutzt. Den Treibstoff liefert das Unternehmen unter anderem an Tankstellen in Berlin. Anfang Dezember wird eine weitere große Wassertstoff-Tankstelle von Total am neuen Flughafen Berlin in Betrieb genommen. Der Strom für die Elektrolyse kommt aus einem benachbarten Windpark, der von Enertrag betrieben wird.

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Windgas als neuer Markt

Das 1991 gegründete Unternehmen mit 430 Mitarbeitern will sich mit der Produktion von Wasserstoff aus regenerativen Quellen ein weiteres Standbein aufbauen. Über die Tochter Hytec entwickelt Enertrag sogenannte Elektrolyseure, die speziell auf den Betrieb mit einem fluktuierenden Angebot an erneuerbarer Energie ausgerichtet sind. Bisher arbeiteten Elektrolyseure, etwa in Chemie-Anlagen, vorwiegend im Vollastbetrieb. Auch Siemens stellt sich auf die zunehmende Nachfrage nach Elektrolyseuren zur Umwandlung von Grünstrom ein.

Das Power-to-Gas-Verfahren soll vor allem Stromnetze entlasten, die mit dem fluktuierenden Einspeiseangebot von erneuerbaren Energien teilweise überfordert sind. Bisher schaltet der Netzbetreiber in solchen Situationen die Anlagen einfach ab.

Und dies passiert immer häufiger: In dieser Woche war bekannt geworden, dass sich die Zahl der Abschaltungen von Windparks im Jahr 2011 um 200 Prozent erhöht hat. Mehr als 400 Gigawattstunden Strom gingen so verloren, das entspricht etwa dem Stromverbrauch von 135.000 Haushalten. Laut der Studie von Ecofys im Auftrag des Bundesverbands Windenergie kosteten die Abschaltungen die Stromkunden zwischen 18 und 35 Millionen Euro. Der Grund: Wenn eine Windanlage zwangsweise vom Netz genommen wird, erhält der Betreiber trotzdem eine Vergütung als Entschädigung.

 

 

 

 

Karsten Wiedemann
Keywords:
Wasserstoff | Enertrag | Frankreich | Hybrid-Kraftwerk | Windenergie | Power-to-gas
Ressorts:
Finance | Technology | Markets

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