Luftfahrt
22.08.2016

Abgehoben: Airbus bastelt an fliegenden E-Taxis

Airbus
Fotos gibt es noch keine vom CityAirbus - aber die Skizze eines Künstlers.

Was sich anhört wie aus einem Star-Wars-Film, soll schon 2017 Wirklichkeit werden: Der französische Flugzeugbauer will die ersten fliegenden Taxis in die Luft schicken.

 

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Im Silicon Valley liefern sich Tesla, Google, und Apple ein Wettrennen bei der Entwicklung von selbstfahrenden Autos. Der französische Flugzeugbauer Airbus setzt jetzt noch einen drauf. Er will den autonomen Personen- und Güterverkehr von der Straße in die Luft verlagern. Schon 2017 soll das erste unbemannte Mini-Flugzeug namens CityAirbus zu seinem Jungfernflug starten, teilt der Konzern auf seiner Website mit. Daran bastelt die Airbustochter A3 im Silicon Valley unter dem Projektnamen Vahana, einer alt-indischen Bezeichnung für das Reittier indischer Götter.

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In einer ersten Phase will Airbus zunächst eine Art Helikopter einsetzen. Dieser soll wie ein Taxi mehrere Passagiere von einem Ort zum anderen fliegen. Erst nach dieser Testphase soll der von deutschen und französischen Ingenieuren entwickelte Hubschrauber dann ganz automatisch und ohne Pilot über die Städte brausen. Ähnlich wie bei der Taxi-App Uber oder wie bei Carsharing-Diensten werden sich Großstädter über eine digitale Plattform einen Sitz im CityAirbus buchen können, kündigt der Konzern an. Unterm Strich werde die luftige Reise nicht mehr kosten als ein herkömmliches Taxi eine Etage tiefer auf der Straße.

 

Auch Elon Musk will hoch hinaus

Mit den Luft-Taxis will der Flugzeugbauer den Verkehr in Megacities revolutionieren. Staus auf dem Weg zur Arbeit und nach Feierabend könnte das Luft-Taxi einfach überfliegen, lange Wartezeiten und nervige Hubkonzerte wären passé.

Allerdings: Bislang lässt keine Stadt weltweit Drohnen ohne Piloten über Megastädte fliegen, weder mit noch ohne Passagiere. Entsprechende Genehmigungen müssen deshalb erst eingeholt werden. Airbus-Chef Tom Enders gibt sich dennoch zuversichtlich: „In naher Zukunft werden wir unsere Smartphones nutzen, um damit automatisch fliegende Taxis zu rufen, die dann direkt vor unserer Tür landen – ohne Pilot“, ist er überzeugt.

Nicht nur Airbus-Ingenieure basteln an elektrischen Mini-Flugzeugen. Auch Tesla-Chef Elon Musk hat bereits sein Interesse an der Entwicklung luftiger Mobilitätskonzepte bekundet. Im März hob außerdem die deutsche Firma e-volo zum ersten Mal mit ihrem elektrischen Einmann-Flugzeug Volocopter ab.

 

Konkurrenz zu DHL und Amazon?

Airbus will nicht nur mit Passagieren an Board die Lüfte erobern, sondern auch Pakete auf diesem Weg befördern. Auf dem Campus der Universität in Singapur ist ab Mitte 2017 die Post-Zustellung per Luftpost geplant. Ein entsprechendes Abkommen habe die Hubschrauber-Sparte mit der Luftfahrtbehörde in Singapur unterzeichnet, heißt es bei Airbus. Eine Konkurrenz zu den Liefergiganten DHL und Amazon wolle man jedoch nicht werden. Vielmehr werde eine Zusammenarbeit mit der Branche angestrebt. Mit dem Projekt in Singapur will Airbus die Sicherheit der entwickelten Drohnen unter Beweise zu stellen.

Chef-Entwickler Rodin Lyasoff sieht einen riesen Markt für die Branche: „Diese Art von Flugzeugen könnte Millionen Fahrzeug-Flotten weltweit unterstützen“, prognostiziert er.

Als eine der größten Herausforderungen sieht Lyasoff die Entwicklung eines sogenannten Sense-and-Avoid-Systems. Es ermöglicht den Fliegern, Bäume und andere Hindernisse zu erkennen und dadurch Zusammenstöße zu vermeiden. „Das ist eine der drängendsten Aufgaben, die wir so schnell wie möglich lösen wollen“, sagt Lyasoff.

 

 

Jana Kugoth
Keywords:
Airbus | elektrisches Fliegen | E-Taxis | Sharing Economy | Paketzustellung | Singapur
Ressorts:
Technology

Kommentare

Zu der CO2-Bilanz steht in dem Artikel nichts, zu vermuten ist allerdings, dass der CO2-Ausstoß des Lufttaxis gegenüber einer PKW-Taxifahrt deutlich ansteigt. Wäre interessant zu wissen, was Airbus dazu zu sagen hat. Daran könnte das ganze Projekt letztlich scheitern.

Im Artikel ist explizit von Elektromotoren die Rede, nicht von Verbrennunsmotoren... ob die bei einer Gesantbetrachtung besser dastünden, kann ich nicht abschliessend beurteilen, aber der "Ausstoss" wäre in jedem Fall geringer.

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