Kommt im Rahmen der Energiewende nun endlich die Wärmewende? Zumindest für die Wärmepumpen geht es voran – wenn auch langsam. So freut sich der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) über ein Marktwachstum 2018 von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Potenzial dieser Technik für den Klimaschutz sei allerdings erheblich größer, schreibt der Lobbyverband.

Heizkessel, die älter als 30 Jahre sind, müssen laut Energieeinsparverordnung (EnEV) in der Regel ausgetauscht werden. Das wären allein in diesem Jahr etwa eine Million Geräte. „Der Trend geht aber nach wie vor zum Austausch des alten Ölkessels durch eine moderne Gas‐ oder Öl‐Brennwertheizung“, sagt BWP-Geschäftsführer Martin Sabel. Dies liege insbesondere daran, dass es durch den hohen Strompreis nach wie vor wenig Anreize für den Abschied von fossilen Energieträgern im Wärmemarkt gebe.

Größter Zuwachs bei Luftwärmepumpen

Den größten Zuwachs bei den Wärmepumpen verzeichnen 2018 mit 60.500 Geräten die Luftwärmepumpen, das entspricht einer Steigerung von zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Erdwärmepumpen (inklusive Grundwasser‐Wärmepumpen) legten mit 23.500 Geräten gegenüber dem Vorjahr um zwei Prozent zu. Insgesamt sind in Deutschland nun rund 880.000 Heizungswärmepumpen installiert.

Auch der Absatz von Warmwasserwärmepumpen ist verglichen mit dem Vorjahr um elf Prozent gestiegen, es wurden 15.000 Geräte verkauft. Im Jahr 2018 wurden somit insgesamt 99.000 Wärmepumpen auf dem deutschen Markt abgesetzt.

Absatz Heizungswärmepumpen
Absatzzahlen für Heizungswärmepumpen in Deutschland 2012 bis 2018. Quelle: BWP
Der Verband geht davon aus, dass 4 bis 8 Millionen bis 2030 und 8 bis 17 Millionen Wärmepumpen bis 2050 verbaut werden müssten, wenn Deutschland seine Verpflichtungen aus dem Pariser Klimaabkommen erfüllen wolle. „Teurer Strom und billige fossile Brennstoffe sind das größte Hindernis für den Erfolg der Wärmewende“, sagt Sabel. Der Bericht der Kohlekommission verweise eindringlich auf die hohen Stromkosten für private Haushalte. Werde dieser Missstand nicht beseitigt, könne die Energiewende als Ganzes nicht erfolgreich sein.

Nadelöhr ist das Handwerk

Auch für das Handwerk müssten Anreize geschaffen werden, um zukünftig mehr klimaschonende Systeme anzubieten und einzubauen. Einer Prognos‐Studie zufolge vergrößert sich die Fachhandwerkerlücke aufgrund des gesteigerten Sanierungsbedarfs durch die Energiewende insgesamt um mindestens 50 Prozent. 40.000 Fachkräfte würden bereits im Jahre 2025 fehlen.

Wärmepumpenheizungen entziehen der Luft, dem Grundwasser oder dem Erdreich Wärme und steigern diese auf ein höheres Temperaturniveau, um damit Gebäude beheizen zu können. Da elektrische Wärmepumpen unmittelbar kein CO2 abgeben, aber 25 bis 30 Prozent der Wärmeenergie durch elektrische Energie gewinnen, arbeiten sie bei Verwendung eines hohen Anteils an grünem Strom im Vergleich zu anderen Heizungen emissionsarm

Wärmepumpen nutzen thermische Umweltenergie zum Heizen. (Foto: iStock)