Stromerzeugung
02.03.2018

Afrika: Erneuerbare sollen sich bis 2027 fast verdoppeln

Foto: iStock
Photovoltaik-Anlagen in Kapstadt. Südafrika gilt als regionaler Vorreiter bei erneuerbaren Energien.

Marktforscher sagen einen Solar-, Wind- und Geothermieboom in Subsahara-Afrika voraus. Staatliche Erneuerbaren-Programme wie in Südafrika sind die Auslöser.

Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara wird bis zum Jahr 2027 um rund 90 Prozent wachsen. Das prognostiziert die internationale Marktforschungsagentur BMI Research in einer Studie.

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BMI erwartet dem Fachportal "Recharge News" zufolge dort eine Erzeugungskapazität von 13 Gigawatt im Jahr 2027. Im vergangenen Jahr verfügte die Region über 6,8 Gigawatt Kapazität aus Erneuerbaren. "Das bedeutet, dass Subsahara-Afrika am Ende unserer Vorhersageperiode etwa ein Prozent der globalen Erneuerbaren-Kapazitäten stellen wird", schreiben die BMI-Analysten in ihrem Bericht.

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Neue Gesetzesinitiativen

 

Der Trend beruht demnach auf neuen Gesetzesinitiativen von Regierungen. Diese ermutigten Projektentwickler, sich in der Erneuerbaren-Industrie zu engagieren, was das Interesse von Investoren steigere und die "Projekt-Pipeline" fülle.

 

Vor allem der Solar- und der Windenergie misst BMI eine tragende Rolle in der künftigen Energiewirtschaft der Region zu. In Ländern des Rift-Valley-Gebiets wie Tansania, Äthiopien und Kenia komme wegen günstiger natürlicher Gegebenheiten Geothermie als Energiequelle hinzu.

 

Größter Markt Südafrika

 

Südafrika ist nach BMI-Einschätzung Vorreiter in der Region. Im laufenden Jahr werde das Land "bei weitem den größten Erneuerbaren-Markt in Subsahara-Afrika" beherbergen. Das gelte auch für die kommende Dekade.

 

Der Marktforschungsdienstleister, der zur internationalen Ratingagentur Fitch gehört, rechnet damit, dass im Jahr 2027 fast 70 Prozent der Erneuerbaren-Kapazitäten der Region in Südafrika installiert sein werden. Die Analysten begründen diese Einschätzung mit dem Erfolg des dortigen "Independent Power Producer Procurement Programme", das schon jetzt Investitionen in dem Sektor beflügele.

 

Politische Unsicherheiten

 

BMI warnt allerdings vor Hemmnissen durch industriepolitische Unsicherheiten und Verzögerungen beim Abschluss von Stromabnahmeverträgen mit dem staatlichen Energieversorgers Eskom. Diese könnten Südafrikas Wachstumsperspektiven bei erneuerbaren Energien eintrüben. Gegenwärtig deckt das Land mit dem drittgrößten Bruttoinlandsprodukt des Kontinents seinen Energiebedarf vor allem aus Kohle.

Christian Schaudwet
Keywords:
Afrika | Windenergie | Photovoltaik
Ressorts:
Governance | Markets

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