Solarenergie
06.12.2013

Aktionärsschützer sehen Solarworld-Deal mit Skepsis

Foto: Solarworld
Solarworld-Hauptversammlung

Die Übernahme der Bosch-Solarsparte durch den Bonner Modulhersteller kam einigermaßen unerwartet. Die Schutzvereinigung Deutscher Wertpapierbesitzer hält den Deal angesichts der angespannten Lage bei Solarworld für äußerst heikel.

Erst im Sommer hatte sich der einst führende Modulhersteller Solarworld durch einen harten Schuldenschnitt gerettet, Anleihenbesitzer mussten auf 50 Prozent ihrer Forderungen verzichten. Branchenexperten beurteilen die Perspektiven für das Unternehmen aber auch nach der Einigung kritisch. Ihnen fehlt vor allem ein tragfähiges Geschäftsmodell jenseits der reinen Modulproduktion, die etwa in China deutlich günstiger ist. Auch drücken Solarworld weiterhin Schulden im dreistelligen Millionenbereich, die Umsätze brachen zuletzt ein.

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Die Übernahme des Bosch-Solarstandortes im thüringischen Arnstadt kam daher für die meisten Beobachter überraschend. Bosch hatte sich wegen den drastisch sinkenden Preisen aus dem Solargeschäft verabschiedet. Genau dieser Preisverfall ist der Grund für die Krise bei Solarworld.

Immerhin: Für die Bosch-Solarsparte muss Solarworld wohl nichts bezahlen, der Kauf werde die Finanzmittel von Solarworld nicht reduzieren, hieß es offiziell. Allerdings muss das Unternehmen rund 800 Mitarbeiter weiter beschäftigen und bezahlen.

Geniestreich oder Sargnagel

Die Schutzvereinigung Deutscher Wertpapierbesitzer (DSW) sieht das Vorhaben mit großer Skepsis. „Es gibt eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Entweder die Übernahme erweist sich als Geniestreich, oder sie wird zum Sargnagel für Solarworld“, betont Roland Klose vom DSW. 

 

Karsten Wiedemann
Keywords:
Solarworld | Bosch | DSW
Ressorts:
Finance

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