Erneuerbare Energien
27.01.2014

Allianz warnt Regierung vor Windkraft-Kürzung

Depositphotos

Die EEG-Reform darf sich „nicht negativ auf die bestehenden Windparks auswirken“, fordert David Jones, Chef der Erneuerbaren-Sparte bei Allianz Capital Partners. Er hofft auf weiterhin günstige Investitionsbedingungen.

Die Allianz Capital Partners (ACP), einer der weltweit größten Finanzinvestoren in erneuerbare Energien, blickt mit Argusaugen auf die Reformpläne der Bundesregierung. David Jones, Chef der Erneuerbaren-Sparte bei ACP sagte auf Anfrage von BIZZ energy today: „Das überarbeitete EEG befindet sich noch immer in einem sehr frühen Stadium. Für uns ist dabei natürlich besonders wichtig, dass sich Änderungen jeglicher Art nicht negativ auf die bestehenden Windparks auswirken.“

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Bislang habe ACP nur in Windkraft investiert, weil es keine attraktiven Möglichkeiten für Solarenergie am Markt gegeben habe. Das könnte sich nun aber ändern. 2014 wolle Allianz Capital Partners das eigene Investmentportfolio auch durch mehr Solarparks erweitern.

„Hinsichtlich zukünftiger Parks erkennen und akzeptieren wir die Notwendigkeit, die Stromerzeugungskosten zu senken“, so Jones weiter. „Nach erfolgter Klärung der Bestimmungen hoffen wir natürlich auch weiterhin in Windparks in Deutschland investieren zu können.“ Derzeit ist ACP an 42 Wind- und 7 Solarparks in Frankreich, Deutschland, Italien und Schweden beteiligt. Allein 2013 investierte ACP über 400 Millionen Euro in europäische Windparks.

Die Onshore-Windenergie verzeichnete 2013 mit 2,5 Gigawatt den höchsten Zubau seit zehn Jahren, gab das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik Ende des vergangenen Jahres bekannt. Allerdings: „Eine zu starke Vergütungskürzung würde sehr gute wie schlechte Standorte unwirtschaftlich machen und den Ausbau in ganz Deutschland stoppen“, sagte jüngst Sylvia Pilarsky-Grosch vom Bundesverband Windenergie. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel will mit seinen Reformplänen eine Explosion der Energiewende-Kosten verhindern und die die Zubaugrenzen für Erneuerbare enger ziehen: auf 2,5 Gigawatt bei Windenergie und 0,1 Gigawatt Bioenergie im Jahr.

Was wird in Zukunft aus dem „Motor der Energiewende“ (Pilarsky-Grosch)? Spanien hat Deutschland bei der Windenergie überholt, ihr Anteil am Strommix stieg zuletzt auf 21 Prozent, gegenüber einem Acht-Prozent-Anteil in Deutschland. Spätestens Mitte des Jahres müsse über das EEG entschieden sein, denn andernfalls drohe mehr Ungemach aus Brüssel, da die EU es für nicht ratifizierungsfähig halte, betonte Sigmar Gabriel noch vor kurzem.

Daniel Zugehör
Keywords:
Allianz Capital Partners | Bundesverband Windenergie | Windenergie | Erneuerbare Energie | EEG-Reform | Sigmar Gabriel
Ressorts:
Finance | Governance

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