BDEW Kongress
13.06.2013

Altmaier will ökonomische Energiewende

Bundesumweltminister Peter Altmaier zog auf dem BDEW Kongress eine positive Bilanz seiner einjährigen Amtszeit. Der Atomausstieg sei unumkehrbar, auch beim Thema Endlager zeichne sich eine Lösung ab. Die größte Herausforderung bleibt laut Altmaier die Bezahlbarkeit der Energiewende.

Umweltminister Altmaier betonte, Hauptaufgabe der nächsten Bundesregierung sei es, die Strompreise im Rahmen zu halten. „Wir müssen die Energiewende kostengünstiger organisieren.“ Altmaier rechnet damit, dass die Umlage für das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zum Jahreswechsel erneut steigt. Derzeit liegt sie bei 5,3 Cent pro verbrauchter Kilowattstunde Strom. Im Herbst werden die Übertragungsnetzbetreiber ihre Prognose zur Umlage abgeben. 

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Altmaier hat einen neuen Kostentreiber bei den Erneuebaren ausgemacht. „Nach dem PV-Boom erleben wir nun einen Wind-Boom.“ Nicht nur die nördlichen Bundesländer, auch der Süden wolle fleißig Wind installieren. Die Anlagen seien deutlich billiger geworden, die Vergütungssätze aber unverändert. Es gebe in einigen Regionen eine wahre Flut an Anträgen für den Bau von Windparks,  „an Standorten, wo sonst niemand gebaut hätte“, so der Minister. Bei der Photovoltaik sei es in den vergangen Jahren dagegen gelungen, die Einspeisetarife von 47 auf 14 Cent pro Kilowattstunde zu senken. Er verwies zudem auf den Ausbaudeckel bei Erreichen der 52 Gigawatt-Marke.  

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Altmaier forderte insgesamt mehr Koordination beim Erneuerbaren-Ausbau. „Es kann nicht sein, dass wir in 16 Ländern einen unkontrollierten Ausbau haben.“ 

Eine Reform des EEG ist aus seiner Sicht nur sinnvoll, wenn diese mit einem neuen Strommarktdesign gekoppelt werde. Nötig sei ein Rahmen für eine strategische Energiereserve, um eine Versorgung zu sichern, wenn Wind- oder Solaranlagen keinen Strom produzieren. Der Umweltminister warnte aber vor der Doppelsubventionierung – für Erneuerbare auf der einen Seite, für Back-up-Energie auf der anderen. 

Er sprach sich zudem für eine Wiederbelebung des Emissionshandels aus. Derzeit seien zu viele CO2-Zertifikate im Markt. „Ohne Knappheitssignale funktioniert der Markt aber nicht.“

 
Daniel Seeger
Keywords:
BDEW | Peter Altmaier | Energiewende | EEG-Umlage | Atomausstieg
Ressorts:
Governance | Community

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