IT-Riese
17.06.2016

Apple will Solarstrom verkaufen

Foto: Rob Pongsajapan

Der Technologie-Konzern hat mit Apple Energy eine Tochter gegründet, das überschüssigen Ökostrom aus eigener Produktion verkaufen soll. Mit der selbst erzeugten Energie könnte womöglich eines Tages auch ein Apple Car betrieben werden.

Ein neues Apple-Produkt wird von vielen Fans ja schon seit langem gefordert. Die wenigsten hätten dabei aber wohl an Strom gedacht: Apple hat bei der US-Regulierungsbehörde Federal Energy Regulatory Commission (FERC) beantragt, Strom aus seinen diversen Anlagen verkaufen zu dürfen, den das Unternehmen nicht selbst nutzt. Apple erzeugt mit Solarzellen auf den Dächern seines Hauptsitzes im kalifornischen Cupertino Energie und betreibt außerdem mehrere Solar-Farmen, Wasserkraft- und Biogas-Anlagen.

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Dem Antrag zufolge will der iPhone-Hersteller seinen Strom über die Apple Energy LLC zu marktbasierten Preisen an Privatunternehmen verkaufen. Apple argumentiert, die Voraussetzungen dafür zu erfüllen, weil das Unternehmen als Energieproduzent zu klein sei, um die Marktpreise beeinflussen zu können. Sollte die FERC dem Antrag zustimmen, könnte Apple schon im August mit dem Strom-Verkauf beginnen.

 

Stromtankstellen für das Apple-Auto?

Momentan deckt Apple nach eigenen Angaben bereits rein rechnerisch 93 Prozent seines weltweiten Bedarfs mit Ökostrom, und will auf lange Sicht auf 100 Prozent kommen. Alle hauseigenen Rechenzentren sowie die Niederlassungen in 23 Ländern, darunter in den USA, Deutschland und China, werden schon vollständig mit Strom aus Erneuerbaren Energien betrieben. 

Nun wird darüber spekuliert, ob Apple ins Geschäft mit den Endkunden einsteigen will. Dann könnten Verbraucher ihren Ökostrom direkt von dem Technologie-Konzern beziehen. Auch die Spekulationen über die Entwicklung eines elektrischen Apple-Cars haben neue Nahrung erhalten: Schließlich bräuchte der Konzern für ein entsprechendes Ladenetz eine verlässliche Stromquelle. 

Apple-Chef Tim Cook arbeitet schon seit einiger Zeit daran, den CO2-Ausstoß des Unternehmens zu reduzieren. „Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit, und die Zeit zum Handeln ist jetzt“, sagte er im vergangenen Jahr.

Mit den Solarzellen auf seinem gigantischen, neuen Hauptsitz “Campus 2”, der 2017 eröffnet werden soll, wird Apple 18 Megawatt Strom produzieren. Weitere 130 Megawatt soll das neue Flats Solar Projekt im kalifornischen Monterey County liefern: Die Solaranlage wird von dem Unternehmen First Solar betrieben, Apple hat sich für 25 Jahre zur Abnahme der erzeugten Energie verpflichtet. Das Projekt soll genug Strom für knapp 60.000 Haushalte in Kalifornien liefern. Hinzu kommen zwei weitere Solaranlagen in Nevada mit 70 Megawatt Strom.

 

Auch Google bastelt an seinem grünen Image

Tim Cook ist im Silicon Valley mit seinem Engagement für erneuerbare Energien nicht allein: Auch die Technologie-Riesen Google, Microsoft und Amazon haben sich zur Unterstützung von Präsident Obamas Clean Power Plan dazu verpflichtet, ihren CO2-Fußabdruck zu reduzieren und in Erneuerbare Energien zu investieren. Der Plan, der im Februar vom Surpreme Court vorerst gestoppt wurde, ist der Hauptbeitrag der USA zum Klimaabkommen von Paris und sieht vor, den CO2-Ausstoß im Energiesektor bis 2030 um gut 30 Prozent zu senken. Google operiert bereits seit 2007 CO2-neutral und ist – abgesehen von Energieversorgern – einer der größten Ökostrom-Abnehmer weltweit. 

 

Jutta Maier
Keywords:
Apple | Ökostrom | Tim Cook | CO2 | Solarstrom | Windstrom
Ressorts:
Markets

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