Türkei
24.03.2015

Atomstrom nicht vor 2022

Der für 2019 geplante Bau des ersten Kernkraftwerks in der Türkei verzögert sich um mindestens drei Jahre.

 

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Der erste Atommeiler in der Türkei wird voraussichtlich nicht wie geplant im Jahr 2019 ans Netz gehen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Vor 2022 werde das türkische Akkuyu-Kraftwerk an der Mittelmeerküste im Süden der Türkei keinen Atomstrom liefern können. Die russische Atombehörde Rosatom hatte bereits 2010 den Zuschlag für den Bau und Betrieb von vier 1.200 Megawatt-Reaktoren erhalten.

Umweltaktivisten hatten den Baubeginn des 20 Milliarden Euro schweren Projekts immer wieder verzögert. Außerdem bestünden finanzielle Schwierigkeiten seitens Rosatom. Analysten führen dies auf die durch den Westen verhängten Sanktionen in Folge der Ukraine-Krise zurück.

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Noch ist die Türkei bei der Energieversorgung nahezu vollständig von Importen abhängig. Um die Abhängigkeit - insbesondere die von russischem Gas - zu reduzieren, soll in der nächsten Dekade mindestens fünf Prozent der Elektrizität durch Atomstrom gedeckt werden.

In Folge der Ukraine-Krise nimmt Ankara eine immer wichtigere Rolle in der Energieversorgung Europas ein. Mitte des Monats hat das Land mit dem Bau der Trans-Anatolien-Pipeline Anap begonnen. Die Pipeline soll ab spätestens 2019 Gas aus Aserbaidschan in den Westen der Türkei transportieren - bis nach Europa. Damit könnte Europa unabhängiger von russischen Gasimporten werden.

Jana Kugoth
Keywords:
Türkei | Russland | Europa | Atomstrom | AKW | Energieversorgung | Gas
Ressorts:
Governance | Markets | Community

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