BIZZ-Exklusiv
07.10.2015

Auf dem falschen Stuhl

fotos: PR, Simone M. Neumann
Vizekanzler Sigmar Gabriel mit Kanzlerin Angela Merkel.

Im verminten Terrain der Energiepolitik kann sich Sigmar Gabriel kaum gegen die Kanzlerin profilieren. An seinem Ruf als Merkel- Herausforderer kratzen auch Genossen aus den eigenen Reihen.

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Und so ließ sich Gabriel stattdessen zum Wirtschaftsminister küren, mit der Zuständigkeit für die Energiepolitik. Ein SPD-Präsidiumsmitglied bezeichnet dies „als tückischen Schachzug Merkels, die eigene Macht zu optimieren“. Denn mit beeindruckenden Wachstumszahlen habe Gabriel als Wirtschaftsminister nicht rechnen können. Und zu spät habe der SPD-Chef erkannt, wie viele nervende Konflikte in der Energiepolitik lauern. Dabei ist das emotionalste Thema mit dem Atomausstieg längst entschieden. Das neue Strommarktdesign hingegen interessiert zwar die Fachleute brennend, taugt aber nicht als Wahlkampfthema. Daher war die Chance zur Profilierung gegenüber der Kanzlerin von vorne herein minimal. 

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Undankbar: Energiepolitik ist vermintes Territorium 

Warum ließ sich Gabriel in diese Falle locken? Er hatte den Ruf hunderter Stadtwerke-Vorstände nach einem deutschen Energieminister vernommen. Er hatte gehofft, als Wirtschafts- und Energieminister Achtung und Beifall von Umweltschützern, Industrie-Gewerkschaften und Unternehmenslenkern gleichzeitig zu ernten. Gabriel schwärmte bei seinem Amtsantritt, „in der Energiepolitik vieles von dem leisten zu können, was die Menschen sich sozialpolitisch und umweltpolitisch vor allem wünschen – eine bezahlbare, nachhaltige Energieversorgung.“ Tatsächlich ist  dieses Zentralthema bis heute eher von Chaos als Planbarkeit gekennzeichnet – und bleibt vermintes Territorium.

 

Das vollständige Portrait ist in der September-Ausgabe von BIZZ energy today erschienen. 
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Hans Peter Schütz
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Keywords:
Sigmar Gabriel | Energieminister | SPD | Angela Merkel | Portrait | Energiepolitik
Ressorts:
Governance

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