ADAC-Studie
27.06.2019

Auf dem Land reicht die Ladeinfrastruktur nicht aus

Foto: iStock
Die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge ist auf dem Land noch dünn.

Einer Untersuchung zufolge könnte die parallele Nutzung von batterie- und wasserstoffbetriebenen Autos jährlich sechs Milliarden Euro Infrastrukturkosten einsparen.

Vor allem in ländlichen Regionen und Kleinstädten gibt es noch einen beträchtlichen Nachholbedarf beim Aufbau einer Ladeinfrastruktur für klimaneutrale Elektroantriebe. Das ist das Ergebnis einer Studie der Ludwig-Bölkow-Stiftung im Auftrag des Verkehrsclubs ADAC. „In Kleinstädten, den großstädtischen Speckgürteln und in ländlichen Bereiche muss mehr investiert werden“, sagt Studienleiter Werner Zittel. Hier werde die Zunahme des Strombedarfs durch batteriebetriebene Fahrzeuge stärker spürbar sein als in den Großstädten.

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Für diesen Befund nennt die Studie mehrere Gründe. So werde die Vielzahl der Pendler das Stromnetz stärker beanspruchen. Die Netze seien auf dem flachen Land schwächer ausgebaut, auch weil es dort weniger große Betriebe mit hohem Elektrizitätsbedarf gebe.

Drei Szenarien für CO2-freien Verkehr

Eine wirksame Entlastung der Netze erwartet Zittel durch den verstärkten Einsatz von Wasserstoff als Antrieb für Autos. „Durch Wasserstoff-Tankstellen gäbe es keine zusätzlichen Engpässe im Stromverteilnetz“, erläutert der Wissenschaftler. Drei Szenarien für den CO2-freien Verkehr im Jahr 2050 hat die Stiftung dafür untersucht. Im ersten liegt der Anteil der batteriebetriebenen Fahrzeuge bei 80 Prozent, der Rest wird mit Wasserstoff angetrieben. Im zweiten haben beide Antriebe den gleichen Anteil, im dritten fahren vier von fünf Autos mit Wasserstoff.

Unter Kostengesichtspunkten ist demnach die beste Variante 50 : 50. Laut Studie könnten damit bei den jährlichen Infrastrukturkosten sechs Milliarden Euro eingespart werden. Die Differenz zu den Ausgaben für eine vor allem batteriebetriebene Fahrzeugflotte erklärt Zittel mit der hohen dafür notwendigen Zahl an Ladestationen, deren Betrieb er mit Kosten in Höhe von bis zu neun Milliarden Euro jährlich schätzt. Der Wasserstoff könnte dagegen über das bestehende Zapfsäulennetz vertrieben werden. Je nach Anteil dieser Brennstoffzellen-Motoren genügen zwischen 2.000 und 6.000 Tankstellen für eine ausreichende Versorgung.

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Wolfgang Mulke
Keywords:
Ladeinfrastruktur | Wasserstoff | Elektromobiltität
Ressorts:

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