Baustopp
19.07.2012

Aus für Kohlekraftwerk in Brunsbüttel

Hier hätte es entstehen sollen: das Steinkohlekraftwerk Brunsbüttel

Gesellschafter des Stadtwerkeverbunds haben das Ende des Mega-Projekts an der Elbe besiegelt. Grund: Unsichere gesetzliche Rahmenbedingungen und die ablehnende Haltung der neuen Landesregierung in Schleswig-Holstein haben immer größere Zweifel geweckt.

Der Stadtwerkeverbund Südweststrom Kraftwerk hat sich heute für den Stopp des Steinkohlekraftwerks in Brunsbüttel entschieden. Unsicherheiten bei den gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Erzeugung aus fossilen Energieträgern hätten zu dem Entschluss geführt.

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„Es ist schade, dass die ständigen Richtungswechsel und die Verzögerungen von Entscheidungen in der bundesdeutschen Energiepolitik letztendlich zu dem Beschluss geführt haben“, erklärt Bettina Morlok, die Geschäftsführerin des Südweststrom. Wegen der unsicheren politischen Situation zogen sich bereits in der Vergangenheit immer mehr Stadtwerke aus dem Projekt zurück, von knapp 100 waren zuletzt noch 61 übrig.

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„Momentan ist nicht klar, ob sich der Bau eines Kohlekraftwerks künftig überhaupt noch rechnet“, sagte der Projektsprecher noch kurz vor der Entscheidung. Vor allem durch den Vorrang der erneuerbaren Energien fallen auf konventionelle Kraftwerke für Kohle und Gas immer weniger Benutzungsstunden ab. „Erst ab 5.000 Stunden pro Jahr rentiert sich der wirtschaftliche Betrieb eines Kohlekraftwerks“, erklärt der Sprecher. Unter den derzeitigen Bedingungen erreiche man diesen Wert allerdings nicht.

Ein weiteres Problem: Der 2006 unterzeichnete Optionsvertrag des größtenteils landeseigenen Grundstücks in Brunsbüttel läuft Ende 2012 aus. Eine Verlängerung wurde von der Landesregierung in Schleswig-Holstein, die sich klar gegen den Bau neuer Kohlekraftwerke positioniert hatte, im Koalitionsvertrag ausgeschlossen. „Wir Stadtwerke bauen kein Kraftwerk gegen den Willen der schleswig-holsteinischen Landesregierung“, sagt Rainer Kübler, Aufsichtsratsvorsitzender des Stadtwerkeverbunds.

Bereits seit Längerem lag das Drei-Milliarden-Projekt auf Eis. Nach Fertigstellung im Jahr 2017 sollte das Steinkohlekraftwerk eine Leistung von knapp 1.750 Megawatt erbringen. Die Kosten der Planungen von 2005 bis 2012 belaufen sich auf 19,3 Millionen Euro.

Daniel Seeger
Keywords:
Akzeptanz | Stadtwerke | Energie | Kohlekraftwerk
Ressorts:
Markets

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