Europas größtes und teuerstes Pipeline-Projekt Nabucco ist offiziell gescheitert. „Die Version der klassischen Nabucco-Pipeline ist vom Tisch", sagte BP-Vorstand und Sprecher des Shah-Deniz-Konsortiums Iain Conn laut Süddeutscher Zeitung.

Der britische Energieriese BP ist Mitentscheider bei der Vergabe des Pipelineprojekts und führendes Mitglied im Konsortium, dem auch der norwegische Statoil-Konzern und die aserbaidschanische Firma Socar angehören. Ab 2017 möchten die Konzerne aus dem Shah-Deniz- Erdgasfeld im Kaspischen Meer Erdgas für den europäischen Markt fördern. Welcher Pipeline-Route das Konsortium nach der Ablehnung des Nabucco-Projektes den Zuschlag gibt, soll in Kürze entschieden werden.

Zur Auswahl bleiben die Transadriatische Pipeline (TAP), die South East Europe Pipeline (SEEP) und die "Nabucco-West" genannte Mini-Version des ursprünglichen Megaprojektes. Allesamt kleinere Lösungen, die auf unterschiedlichen Routen nur noch rund 10 Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr transportieren anstatt der 30 Milliarden bei Nabucco.

In der EU möchte man diese Entscheidung noch nicht wahr haben. Brüssel favorisiere nach wie vor die große Lösung Nabucco, erklärt Michael Köhler, Kabinettschef von EU-Energiekommissar Günther Oettinger. Nur sie verfüge über genügend Transportkapazitäten, um die gesamten Ressourcen der Region aufzunehmen.