Erneuerbare Energien
07.02.2014

Ausbaudeckel trifft KfW und Umweltbank unterschiedlich

KfW
Bei der KfW sanken die Photovoltaik-Kredite 2013 um 80 Prozent.

Die geplante Ausbaugrenze für erneuerbare Energien wirkt sich auf Finanzierer neuer Wind- und Solaranlagen aus. Trotz Altmaiers PV-Deckel stieg bei der Umweltbank 2013 das Geschäft mit Solarkrediten um 4,5 Prozent an – bei der halbstaatlichen KfW brach es um 80 Prozent ein.

Wirtschaftsministers Sigmar Gabriel will bei der Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) den Zubau der Solar- und Windenergie auf 2.500 Megawatt pro Jahr begrenzen. Der Vorstand der Nürnberger Umweltbank Jürgen Koppmann rechnet jedoch auch danach nicht mit einem Ende des eigenen Wachstums, wie er gegenüber BIZZ energy today erklärt. 

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Die Nachfrage nach Förderkrediten sei inzwischen so groß, dass die Bank aus Kapazitätsgründen nicht jede Anfrage bearbeiten könne, sagt Koppmann. „Von daher erwarten wir auch von der EEG-Reform keine relevanten Auswirkungen auf unser Geschäftsmodell.“ Im vergangenen Jahr stieg das Geschäftsvolumen der Umweltbank um annähernd sieben Prozent auf 2,74 Milliarden Euro. 

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Im vergangenen Jahr zog dabei bereits die Zubaubremse des früheren Bundesumweltministers Peter Altmaier bei der Photovoltaik. Die Installationen halbierten sich im Vergleich zum Jahr 2012 auf rund 3.300 Megawatt. Die Solarkredite der Umweltbank stiegen im gleichen Zeitraum um etwa 4,5 Prozent auf ein Volumen von 920 Millionen Euro sogar leicht an.

Einbruch bei der Photovoltaik-Förderung

Bei der Förderbank KfW in Frankfurt sehen die Zahlen ganz anders aus. In den ersten neun Monaten 2013 schrumpfte das Kreditvolumen für PV-Anlagen von 4,4 Milliarden im Vorjahrszeitraum um über 80 Prozent auf 0,8 Milliarden Euro zusammen. Der Rückgang der Erneuerbaren-Kredite im maßgeblichen KfW-Programm „Erneuerbare Energien - Standard“ von 7,5 Milliarden auf 3,4 Milliarden Euro erklärt sich damit fast vollständig aus der gesunkenen Nachfrage bei der Photovoltaik. 

Die Umweltbank wiederum steigerte im gleichen Zeitraum ihr Kreditvolumen bei den erneuerbaren Energien inklusive Gebäudesanierungen um über zehn Prozent auf 2,1 Milliarden Euro. Den größte Zuwachs bei den Förderkrediten verzeichnete sie jedoch in der Wind- und Wasserkraft. Dort stieg das Kreditvolumen um fast 40 Prozent auf 455 Millionen Euro. 

Sofern in der Windenergie die Zubaugrenze Gabriels kommt, würde sich das vermutlich deutlich weniger gravierend auswirken als bei der Photovoltaik. Laut Fraunhofer IWES installierten Windenergieunternehmen im vergangenen Jahr neue Anlagen mit einer Gesamtleistung von etwa 2.500 Megawatt – das entspricht genau der Zubaugrenze für die Onshore-Windenergie, die Minister Gabriel ins EEG hineinschreiben möchte.

 

 

Daniel Seeger
Keywords:
Umweltbank | KfW | Photovoltaik | Windenergie | Energiepolitik
Ressorts:
Finance | Governance | Markets

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