Schwarmfinanzierung
17.01.2018

Ausblick: Crowdinvesting-Markt wächst weiter

Foto: iStock
Der Markt für Schwarmfinanzierungen wächst - auch bei Energieprojekten.

Vieles spricht dafür, dass der Crowdinvesting-Markt 2018 weiter boomt. Schwarmfinanzierungen von Energie- und Klimaschutzprojekten konnten 2017 zehn Millionen Euro aufbringen.

Der Markt für Crowdinvesting oder auch Schwarmfinanzierungen hat 2017 Kapital im Umfang von 170 Millionen Euro für Immobilien-, Unternehmens-, Energie- und Klimaschutzprojekte vermittelt - ein Wachstum von 170 Prozent. Wie Michel Harms, Betreiber der Informationsplattformen Crowdfunding.de und Crowdinvest.de gegenüber bizz energy mitteilt, geht er von einem anhaltend starken Wachstum 2018 aus. Die Schwarmfinanzierung von Immobilien bleibe das größte und am stärksten wachsende Segment. Dieses hat sein Volumen 2017 mehr als verdreifacht (227 Prozent) auf 132 Millionen Euro.

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Allein die führende Immobilienfinanzierungsplattform Exporo hat in den ersten zwei Wochen des neuen Jahres bereits knapp fünf Millionen Euro für drei Projekte eingesammelt. Die bislang makellose Bilanz der Immobilienfinanzierer hat jedoch Ende 2017 erste Flecken bekommen. Die Plattform Zinsland hatte 2016 knapp eine halbe Millionen Euro für ein Berliner Immobilienprojekt eingeworben. Doch bereits im August 2017 meldete der Projektinitiator Conrem-Ingenieure GmbH Insolvenz an. Noch ist unklar, ob die Anleger ihr Geld ganz oder nur teilweise verloren haben.

 

Nach Beobachtung von Harms reagieren Investoren auf Negativnachrichten ausgesprochen empfindlich. Nach einer Reihe von Insolvenzen sei das Segment der Startup-Finanzierungen 2017 zunächst eingebrochen. Daher sei es entscheidend, ob die Conrem-Insolvenz ein Ausnahmefall bleibe oder die erste von vielen noch kommenden Insolvenzen werde.

 

Der Markt für Startup-Finanzierung könnte sich 2018 erholen. Dafür spricht der erfolgreiche Start der Plattform Seedmatch. Diese hat in den ersten zwei Wochen 2018 für drei Startup-Finanzierungen knapp 1,6 Millionen Euro vermitteln können.

 

Bei Klimaschutzprojekten geht es weniger um Rendite

 

Der relativ kleine Bereich der Finanzierung von Energie- und Klimaschutzprojekten hat 2017 immerhin sein Volumen verdoppeln können auf zehn Millionen Euro. Mit seinen überwiegend kleinen Projekten und geringen Mindestanlagevolumen ist dieser anders als die Immobilienfinanzierung sehr nahe bei den ursprünglichen Absichten der Crowdfinanzierung geblieben, bei denen es um den Anschub und die Unterstützung von Projekten geht und weniger um Zins- und Rendite. Während der größte Teil der Crowdinvestoren heute auf der Suche nach Alternativen zu geringverzinsten Bankprodukten ist, scheint es dennoch eine stabile Minderheit zu geben, die aus sozial-, umwelt-, oder klimapolitischen Motiven Geld anlegen will. Daraus erklären sich die Erfolge von Plattformen, die in inländische Energieprojekte investieren wie etwa LeihDeinerUmweltGeld und GreenXmoney oder gar in Afrika wie die Frankfurter Crowdfunding-Plattform Bettervest.

 

Und noch ein Trend zeichne sich deutlich ab, so Harms, und zwar das steigende Interesse und die Präsenz von klassischen Kreditinstituten und Unternehmen auf dem jungen Markt für Schwarmfinanzierungen. Den Anfang machten 2017 die GLS-Bank und der Energiekonzern E.ON mit eigenen Plattformen oder die Direktbank Consors, die ihren Anlegern den direkten Zugang zu den Crowdinvesting-Plattformen Exporo und Seedmatch anbietet.

 

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Thomas Bauer
Keywords:
Crowdfunding
Ressorts:
Finance

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