Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) will das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) reformieren, am Freitag steht es im Bundesrat zur Debatte. Teil des Gesetzentwurfs ist der Übergang von festen Einspeisevergütungen zu Ausschreibungen bis spätestens 2017.

Diese untersuchte das Institut für Zukunfts-Energie-Systeme (IZES) unter Leitung von Prof. Dr. Uwe Leprich in Saarbrücken im Auftrag des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE). An einer Ausschreibung könnten demnach nur Bieter teilnehmen, die sich den Aufwand der Vorarbeiten leisten können.

Andere hätten „mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Chance zur Marktteilnahme“, so die Studie. Dies gefährde die bestehende Akteursvielfalt, denn die zusätzlichen Kosten und Risiken verschafften größeren Unternehmen einen Vorteil. Noch 2012 sei knapp die Hälfte der installierten Leistung beziehungsweise knapp ein Drittel des investierten Kapitals von Einzeleigentümern oder Bürgergenossenschaften gestemmt worden.

Höhere Kosteneffizienz unbewiesen

Die Studie weist dabei ein Kernargument der Befürworter, die Kosteneffizienz, zurück: die sei bei Ausschreibungen und damit verbundenen Auktionen im Erneuerbaren-Bereich weder bewiesen, noch könne sie beim gesellschaftlichen Zukunftsprojekt Energiewende als alleiniges Bewertungskriterium dienen.

Die Wissenschaftler fassen die Umsetzung der geplanten Ausschreibung als Puzzle auf: Doch welche Kombination der Teile passt und ob die Ziele erreicht werden, sei derzeit nicht auszumachen. Darum fordern sie zunächst eine „ausreichend lange“ Erprobungszeit.

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