Verkehrswende
04.01.2018

Auto-Experte Dudenhöffer fordert höhere Prämie für E-Autos

Foto: Wikimedia/Berthold Werner
Rekordhalter: Für den Audi A3 e-tron wurden bisher 4.762 Umweltprämien-Anträge eingereicht. Hier ist er an einer Ladestation in Maastricht zu sehen. Knapp dahinter landete der BMW i3.

Ferdinand Dudenhöffer hält nichts von dem Vorschlag, Teile der nur zögerlich abgerufenen Umweltprämie umzuwidmen. Er ist dafür, die Förderung sogar noch aufzustocken.

Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer hält die Förderprämie für E-Autos weiterhin für gut und wichtig, um die Elektromobilität voranzutreiben. „2018 wird noch ein Übergangsjahr, aber 2019 werden wir deutlich höhere Abrufzahlen sehen", sagt der Direktor des CAR-Center Automotive Research an der Universität Duisburg-Essen im Gespräch mit dem Magazin bizz energy. So kämen demnächst mit dem Audi E-Tron Quattro und dem Jaguar E-Pace zwei neue Elektro-Modelle auf den Markt, die zwar noch teuer seien, mit deutlich mehr als 500 Kilometern Reichweite aber im Wettbewerbsumfeld von Tesla positioniert würden. Eine ganze Reihe neuer E-Modelle sei dann ab 2019 zu erwarten.

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Die „Umweltprämie" wird nach wie vor nur zögerlich in Anspruch genommen: Seit der Einführung im Juli 2016 wurden laut Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) bis Ende 2017 insgesamt nur 46.897 Anträge für einen Zuschuss beim Kauf eines E-Autos gestellt. Von den 600 Millionen Euro, die insgesamt zur Verfügung stehen, beanspruchten die Käufer nur rund 65 Millionen Euro – das sind rund zehn Prozent der gesamten Summe. Bafa-Präsident Andreas Obersteller hatte der Zeitung „Die Welt“ gesagt, er erwarte nicht, dass die Fördersumme bis zum Auslaufen der Prämie Mitte 2019 komplett abgerufen wird. Obersteller regte deshalb an, einen Teil des Budgets für die Förderung privater Ladeinfrastruktur umzuwidmen.

„Die Behörde sollte das Thema nicht zerstören“

Dudenhöffer hält von diesem Vorschlag nichts. „Das Thema läuft, die Behörde sollte es nicht zerstören“, sagt er. Der Auto-Experte regt vielmehr an, die 2.000 Euro Umweltprämie sogar noch zu erhöhen. Außerdem ist er dafür, die derzeit geltende Preisobergrenze für förderfähige Fahrzeuge abzuschaffen. Als Voraussetzung für eine Auszahlung der Prämie darf der Netto-Listenpreis bei maximal 60.000 Euro liegen. Für Teslas zahlt das Bafa keine Prämie mehr, nachdem sich Ende vergangenen Jahres herausgestellt hatte, dass das US-Unternehmen das Basismodell S Base zum Preis von 60.000 Euro so gar nicht verkauft. Nun wird sogar geprüft, ob Tesla-Käufer das Geld wieder zurückzahlen müssen.

Dudenhöffer verweist zudem auf die Strafzahlungen, die den großen deutschen Autokonzernen drohen, wenn sie die EU-Vorgaben zum CO2-Ausstoß nicht erfüllen. Ab 2021 könnte sie schon einige Gramm zu viel über die gesamte Flotte hinweg  Hunderte Millionen Euro Strafe kosten. Ab dann soll in der EU der Kohlendioxid-Ausstoß in der Neuwagenflotte von 130 auf durchschnittlich 95 Gramm je Kilometer sinken. „Ohne ausreichend viele Elektroautos kann kein Autobauer diese Werte erreichen“, sagt Dudenhöffer.

Jutta Maier
Keywords:
Elektromobilität | Verkehrswende | Elektrofahrzeuge
Ressorts:
Governance | Markets

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