Die steigende Zahl besonders schwerer und großer Autos könnte nach Einschätzung des Auto-Experten Ferdinand Dudenhöffer zu Akzeptanz-Problemen für die Hersteller führen. Besonders in den Städten fühlten sich viele Menschen bedroht, und gerade die besonders großen Modelle führten zu Diskussionen mit Radfahrern, Eltern und anderen Bürgern.

Laut einer Auswertung der Zulassungszahlen wurden im vergangenen Jahr 227.000 Pkw mit einem Leergewicht oberhalb von 2 Tonnen zugelassen, wie der Leiter des privaten CAR-Instituts berichtete. Knapp die Hälfte davon seien SUV-"Dickschiffe" der Marken BMW, Landrover, Mercedes GLS oder Audi.

Dudenhöffer verwies auf Frankreich, wo eine Extra-Kfz-Steuer für besonders schwere Autos oberhalb von 1,8 Tonnen geplant ist. Ähnliches drohe den Herstellern auch in Deutschland und anderen Staaten, falls sie nicht umsteuerten. Der emeritierte Professor empfahl den Herstellern auch angesichts drohender CO2-Strafzahlungen und Imageschäden den Verzicht. "Wenn in Märkten wie USA oder China die Dickschiffe boomen und glänzende Gewinne einspielen, sollte man nicht leichtfertig diese Fahrzeuge in die engen europäischen Großstädte bringen. Premiumkäufer werden sich schwer tun, sich Marken-Produkte zu kaufen, die mit gesellschaftlichen Akzeptanzproblemen verbunden sind."

Frankreich plant Sondersteuer für überschwere Autos

In Frankreich ist laut Medienberichten bald eine Sondersteuer für besonders schwere Autos möglich. Der entsprechende Gesetzesentwurf sieht vor , dass bei Autos über 1,8 Tonnen Gewicht jedes Kilo darüber 10 Euro mehr an Steuern kosten soll. Eine so genanntes Premiumauto, das - wie die S-Klasse von Mercedes - 2,07 Tonnen wiegt, 2.700 Euro extra fällig. Weil sie wegen ihrer Antriebe sehr schwer sein können, sollen in Frankreich Elektro- und Hybridfahrzeuge von der Steuer ausgenommen. Um Großfamilien nicht zu benachteiligen, soll es zudem für Fahrzeuge von sieben Sitzen Sonderregelungen geben.

Trotz aller Kritik an den immer größer werdenden SUV geben Autokäufer in Deutschland mehr Geld für einen durchschnittlichen Neuwagen aus. Der gemittelte Listenpreis sei im Vergleich zum Vorjahr um 8,1 Prozent auf 37.710 Euro gestiegen, heißt es in einer kürzlich veröffentlichten CAR-Studie. Hinter den Zahlen verbergen sich die Trends zu Stadtgeländewagen (SUV), zu sogenannten Premiummarken sowie zu elektrisch angetriebenen Fahrzeugen. Alle drei Kategorien sind teurer als der Marktdurchschnitt.

Neben dem Wunsch vieler Konsumenten nach höherwertigen Fahrzeugen habe zudem die staatliche Prämie auch für (teil-)elektrisch angetriebene Fahrzeuge das Geschäft stimuliert. Plug-In-Hybride und batterie-elektrische Autos haben ihren Marktanteil im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stark auf knapp zehn Prozent gesteigert. Auch die Marktanteile für SUVs und Luxusautos der Marken Audi, BMW, Mercedes-Benz und Porsche legten weiter zu.

dpa

Die deutsche Marke mit dem Stern hat einige überschwere Fahrzeuge auf vier Rädern im Programm (Copyright: Ulrich Dregler auf Pixabay)