Akzeptanz-Studie
04.07.2012

Bürger für mehr Erneuerbare

Über die Gestaltung des künftigen deutschen Energiesystems im Rahmen der Energiewende, wird derzeit noch diskutiert. Eine druckfrische Studie zeigt, wie sich die Bundesbürger entscheiden würden, wenn sie zwischen Energieerzeugern wählen und den Strommix selbst bestimmen könnten.

Eine aktuelle Studie des Interdisziplinären Forschungsschwerpunktes Risiko und nachhaltige Technikentwicklung an der Universität Stuttgart (ZIRN) in Zusammenarbeit mit der Stiftung Mercator untersuchte die Akzeptanz verschiedener Energietechnologien und klimaverträglicher Energiemixe in der Bevölkerung. Ergebnis: Energieeffizienz-Maßnahmen stehen in der Gunst der Deutschen ganz weit vorne.

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So sollten die Studien-Teilnehmer beim Technologie-Ranking auf einer Skala von 1 (beste Bewertung) bis 12 (schlechteste Bewertung) ihre Präferenzen angeben.

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Wie sich zeigt, sind Offshore-Windanlagen (3,2) die beliebtesten Stromerzeuger, gefolgt von Onshore-Windanlagen (3,8) und Solarthermiekraftwerken (3,9). Im Vergleich dazu rangieren Biomassekraftwerke (6,2) im mittleren Akzeptanzbereich - auf dem Niveau von Gaskraftwerken (6,4). Dagegen bilden alle Technologien, die auf fossilen Brennstoffen basieren, darunter klassische Kohle (10,3) und die Kernenergie (10,5) , die Schlusslichter der Beliebtheitsskala.

Nach der Akzeptanz bei den Energiemixen befragt, präferierte die Mehrheit der Teilnehmer eindeutig diejenigen, die den höchsten Anteil an erneuerbaren Energien aufweisen. Doch seien die Bürger durchaus zu einem Kompromiss bereit: „Bei einem klar erkennbaren Umbau des Strommixes in Richtung erneuerbare Energien waren viele Befragte bereit, als Übergang auch ungeliebte Technologien wie die Kernenergie oder die CCS-Technologie in geringen Anteilen im Energiemix zu akzeptieren“, so Dirk Scheer, Projektleiter an der Universität Stuttgart.

Weiterhin zeigt die Studie, dass das Misstrauen der Bevölkerung in Hinblick auf große Stromkonzerne und die CCS-Technologie besonders hoch ist. So würde CCS (Carbon Capture and Storage) stark mit Endlagern assoziiert und teilweise als tödliches Risiko wahrgenommen. Erst kürzlich hatten sich Bundesrat und Bundestag auf ein CCS-Gesetz geeinigt, das die Abscheidung und unterirdische Speicherung von Kohlendioxid regelt.

Zur Studie:

Im Rahmen des Forschungsprojekts wurden 130 Bürger deutschlandweit nach ihren Präferenzen, Einstellungen sowie Bedenken und Befürchtungen zu einzelnen Technologieoptionen im Stromsektor befragt. Auch eine Kostenabschätzung von Stromtechnologien floss in die Studie mit ein. Dabei wurde als Zieljahr der Berechnung der Stromgestehungspreise das Jahr 2030 gewählt.
Nachdem die Teilnehmer zunächst umfassend über die einzelnen Technologien informiert wurden, sollten sie sich untereinander austauschen. Die Ergebnisse dieser nicht repräsentativen Studie seien von Bedeutung für energiepolitische Entscheidungsprozesse im Hinblick auf die Kommunikation, technische Ausgestaltung und Einführungsdynamik CO2-reduzierender Maßnahmen im Stromsektor, so die Autoren. 

Tina Gilic
Keywords:
Akzeptanz | Energieeffizienz | Energie
Ressorts:
Technology | Community

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