Emissionshandel
18.03.2014

Backloading gestartet

depositphotos

Seit dieser Woche werden im europäischen Emissionshandel reduzierte Mengen an Verschmutzungsrechten für Kohlendioxid versteigert. Umweltministerin Barbara Hendricks geht das Backloading allerdings nicht weit genug, sie fordert die zügige Einführung einer Art Zentralbank für den Emissionshandel.

Seit dieser Woche werden im europäischen Emissionshandel weniger Verschmutzungsrechte für Kohlendioxid versteigert. Für dieses Jahr verringerte die Europäische Union die ursprünglich vorgesehene Menge um 400 Millionen Zertifikate, 2015 sollen 300 Millionen, 2016 dann 200 Millionen Zertifikate aus dem Handel genommen werden. Die europäische Strombörse EEX in Leipzig wird erstmals am kommenden Freitag ein reduziertes Angebot versteigern. Für Deutschland sind in diesem Jahr nur noch etwa 127 Millionen statt 205 Millionen Zertifikate vorgesehen. 

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Für Bundesumweltministerin Barbara Hendricks ist das Backloading zwar ein richtiger Schritt, geht ihr aber nicht weit genug. „Würden wir uns darauf beschränken, dann gefährden wir das Erreichen unserer Klimaschutzziele und behindern weiterhin die deutsche Energiewende“, sagt Hendricks. Sie fordert deswegen die von der EU-Kommission vorgeschlagene Marktstabilitätsreserve noch vor dem Jahr 2020 und nicht erst ab 2021 einzuführen. Derzeit stimmen sich die verschiedenen Ressorts der Bundesregierung auf eine gemeinsame Position in dieser Frage ab. 

Zentralbank fürs Klima

Die Backloading sieht vor, im europäischen Emissionshandel insgesamt 900 Millionen Zertifikate aus den Jahren 2014 bis 2016 erst in den Jahren 2019 und 2020 zu versteigern. Die EU reagierte Ende 2013 mit der Entscheidung dafür auf die enormen Überschüsse an Zertifikaten, die etwa aufgrund der Wirtschafts- und Finanzkrise bis Ende des Jahres 2012 aufgelaufen waren. 

Die Brüsseler Klimakommissarin Connie Hedegaard will deswegen für das kommende Jahrzehnt mit der Marktstabilitätsreserve eine Art Zentralbank für den Emissionshandel einrichten. Kommt es im Handel zu einer Schwemme an Verschmutzungsrechten wie in den vergangenen Jahren, werden automatisch nach transparenten Regeln Zertifikate zurückgehalten. Sind zu wenig Zertifikate auf dem Markt, werden die angefallenen Reserven wieder aufgelöst. 

Daniel Seeger
Keywords:
Barbara Hendricks | Emissionshandel | ETS | EEX
Ressorts:
Governance

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