Elektromobilität
19.12.2017

Bahn- und Busbranche lehnt Oberleitungen für Lkw ab

Foto: Scania CV AB
Eine Versuchsanlage für Oberleitungs-Lkw von Siemens und Scania in Schweden

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen ist gegen Pläne, Autobahnen mit Oberleitungen für E-Lkw auszustatten. Sein Urteil: Die Technik taugt nicht für den Klimaschutz.

Der VDV hält nichts von Projekten wie dem eHighway, der testweise auf der Autobahn A5 in Hessen entsteht. Dort stattet der Technologiekonzern Siemens zehn Kilometer Strecke mit Oberleitungen für E-Lkw aus. Die Technik soll unter realen Verkehrsbedingungen getestet werden.

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Der Verband, in dem überwiegend Busunternehmen sowie Bahnunternehmen aus Güter- und Personenverkehr organisiert sind, traut Oberleitungs-Lkw keinen nennenswerten Beitrag zum Klimaschutz zu: „Von Konzepten, die weder technisch, finanziell noch europaweit politisch tragfähig sind, sollte man lieber gleich die Finger lassen“, sagt  VDV-Vizepräsident Joachim Berends.

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In Europa "sinnlos"

Oberleitungsgeführte Lkw auf Autobahnen seien zu teuer und ökologisch ineffizient. Die Stromversorgung solcher Strecken sei „aus physikalischen Gründen weit aufwändiger als bei Eisenbahnen“, argumentiert der VDV in einer Mitteilung. Außerdem sei ein deutscher Alleingang im grenzüberschreitenden europäischen Güterverkehr „sinnlos“.

VDV-Vizechef Berends hat auch gleich einen Lösungsvorschlag parat, der den Interessen eines großen Teils seiner Mitglieder entspricht: „Weit sinnvoller, billiger und schneller erreichbar ist der Ausbau des Schienennetzes für den Ferngüterverkehr.“ Dieses vollständig zu elektrifizieren, sei deutlich günstiger zu haben, als auf den Autobahnen bei null damit anzufangen.

Batterie-Lkw für Kurzstrecken

Auf Kurz- und Mittelstrecken indes misst Berends elektrisch angetriebenen Lkw durchaus eine wichtige Rolle zu, allerdings nur batteriebetriebenen Modellen. Im Güterfernverkehr dagegen sei die einzige Alternative zum Diesel-Lkw die Bahn.

Ganz anders sieht die Logistikbranche das Oberleitungskonzept für Lkw. Ihr Interessenverband, der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL), lobt das Projekt eHighway: „Wir halten die Technik für ausgereift und begrüßen, dass es jetzt solche Versuchsstrecken gibt“, sagte der stellvertretende BGL-Hauptgeschäftsführer Adolf Zobel im August im Gespräch mit dem Magazin bizz energy.

Andocken mit "Geweih"

Der eHighway von Siemens entsteht unweit des Frankfurter Flughafens und soll Ende 2018 in Betrieb gehen. Eine weitere Teststrecke wird auf der A1 in Schleswig-Holstein gebaut. Hybrid-Lastwagen docken auf der Strecke mit einem „Geweih“ ähnlich wie Elektroloks an die Oberleitungen an. Abseits des eHighway schalten sie dann auf ihre Dieselmotoren um.

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Christian Schaudwet
Keywords:
Elektromobilität | Lkw | Oberleitung
Ressorts:
Technology | Markets

Kommentare

Ein Dinosaurier feiert Auferstehung ! es gibt dach schon mit Tesla Semi und Nicola autarke Systeme, und ggf. Induktionsladessysteme.
Fazit : herausgeworfenes Geld.

da wird Geld für Brennstoffzellenzüge ausgegeben, weil passend zu den festen Schienen Oberleitungen fehlen.
Und es wird Geld ausgegeben für feste Oberleitungen an frei beweglichen Strassenfahrzeugen, weil man da die Brennstoffzelle nicht einbauen will. ...

Leute...???

Grandioser Irrweg! Da gibt es ein für autonomes fahren prädestiniertes System das in der breiten Bevölkerung auch die entsprechende Akzeptanz hat (Bahn) und bei SIEMENS "forscht" man an Oberleitungssystemen für LKW auf Autobahnen. Mal abgesehen von der Frage, wie dann in Zukunft Schwerlasttransporte mit Übergrößen abgewickelt werden sollen (Demontage der Oberleitungen?) kann man auch mal über die Wetterabhängigkeit von Oberleitungssystemen nachdenken (Eisregen, Orkane) und dies, bevor man mit der realen Umsetzung dieser Idee beginnt. Es gibt genügend andere Probleme, die auf eine intelligente

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