Elektromobilität
13.08.2018

Batteriezellen: Produktionsstandort China verliert ab 2023 Marktanteile

Foto: Wirtschaftsministerium Thüringen/Christoph Petras
Am 9. Juli vereinbarten CATL-Chef Robin Zeng und der Thüringer Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee den Bau einer Batteriezellenfabrik bei Erfurt.

China dominiert die globale Produktion von Lithium-Ionen-Zellen. Ab 2023 rechnen Marktforscher aber auch mit Europa und den USA.

Der E-Mobilitätspionier Tesla will seine „Gigafactory 1“ bis zum Ende des Jahres auf eine Produktionskapazität von 20 Gigawattstunden (GWh) bringen. Die Fabrik für Lithium-Ionen-Batteriezellen im US- Bundesstaat Nevada ist derzeit zwar die bekannteste ihrer Art, doch bei der Gesamtkapazität liegt China vorn. Allerdings ist der Batteriemarkt in ständiger Bewegung: Chinas Dominanz wird nach Einschätzung des Londoner Marktforschungsunternehmens Benchmark Mineral Intelligence nicht ewig währen.

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Im vergangenen Jahr stellte China mit 134,8 GWh 60 Prozent der globalen Lithium-Ionen-Produktionskapazität. Diese Vormachtstellung wird es zwar noch eine Weile behalten. Die britischen Analysten sagen jedoch voraus, dass der chinesische Anteil zu schrumpfen beginnt: im Jahr 2023 zunächst auf 58,6 Prozent, im Jahr 2028 dann auf 53,8 Prozent. Der Grund: Das rasante Marktwachstum eröffnet auch anderen Unternehmen und Standorten auf der Welt Möglichkeiten. Benchmark-Chef Simon Moores spricht von 41 Großfabriken weltweit, die in Planung seien. (Lesen Sie auch: Batteriewerk in Thüringen ist nur der Anfang)

Wachstum öffnet den Markt

Wachsende Marktanteile prognostiziert er vor allem den Europäern und Nordamerikanern. Europas Anteil an der Produktionskapazität werde bis zum Jahr 2028 von derzeit 5,3 Prozent  auf fast 20 Prozent steigen, der nordamerikanische Anteil von heute 5,7 Prozent auf 14,8 Prozent.

Bei den Europäern wird Benchmark zufolge im Jahr 2028 Deutschland mit 5,9 Prozent vorn liegen, gefolgt von Polen und Schweden mit jeweils fünf Prozent. Die Pläne zum Bau von Werken in Thüringen (CATL) und Schweden (Northvolt) sind ebenso in die Berechnungen eingeflossen wie die derzeit entstehende Batteriezellenfabrik von LG Chem in Polen.

Die bisher starken asiatische Standorte Japan und Südkorea werden der Prognose nach deutlich Marktanteile einbüßen: Japan von derzeit 14 Prozent auf 6 Prozent, Südkorea von 14,8 Prozent auf 5,1 Prozent.

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Christian Schaudwet
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Markets

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