Das private Meinungsforschungs- und Beratungsinstitut Prognos warnt von Stromengpässen und steigenden Strompreisen in Bayern. Der bislang geplante Zubau von 60 Megawatt (MW) an konventioneller Kraftwerksleistung könne die Abschaltungen nicht kompensieren.

Laut Prognos-Studie "Die Zukunft der bayerischen Stromversorgung" sei zudem der Bau der geplanten Gaskraftwerke Leipheim und Haiming wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit sehr unwahrscheinlich und Steinkohle käme wegen hoher Transportkosten nicht in Frage.

Die Situation werde auch durch die Senkung der Erneuerbare-Energien-Gesetz-(EEG)-Vergütungssätze für Biomasse, Photovoltaik und Windenergie sowie die planten Mindesabstandsregeln für Windräder verschärft. "Die erneuerbaren Energien können somit nicht zu einer substanziellen Senkung des Importbedarfs beitragen", so die Studie.

Mit Blick auf die geringe politische Akzeptanz von neuen Nord-Süd-Stromleitung befürchtet das Institut eine "Verschlechterung der bereits heute temporär angespannten Netzsituation hin zu strukturellen Netzengpässen zwischen Süd-, Nord-, und Ostdeutschland."

Eine Möglichkeit, strukturelle Netzengpässe zu beheben, wäre die Bildung von Preiszonen in Deutschland - ähnlich wie in Italien, Norwegen und Schweden. Diese Lösung würde jedoch wegen des hohen Strombedarfs in Süddeutschland zu steigenden Strompreisen führen. Der Stromimportbedarf Süddeutschlands steige von rund 20 Terawattstuden (TWh) im Jahr 2010 auf fast 60 TWh 2023, davon entfallen 20 TWh auf Bayern.

Die Studie, die im Auftrag des Solarparkprojektierers Belectric entstanden ist, spricht sich für den Ausbau und die Modernisierung von Freiflächen-Solarkraftwerken in Bayern aus. Dies ergebe zusammen mit dem geplanten Bau von modernen Gas- und Dampfkraftwerken eine volks- und betriebswirtschaftlich günstige Lösung.

 

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