EEG
27.09.2013

BDEW-Vorschläge zur Energiewende

depositphotos

Die Energiewirtschaft legt kurz nach der Bundestagswahl ihre Vorschläge für die Reform des EEGs vor. Die Erneuerbaren sollen schneller in den Markt überführt, konventionelle Kraftwerke für ihre Reservekapazitäten stärker entlohnt werden.

Wenige Tage nach dem Industrieverband BDI hat nun auch der Branchenverband der Energiewirtschaft BDEW einen Vorschlag für die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) vorgelegt. Das Konzept basiert dabei auf zwei zentralen Säulen: die sofortige Pflicht zur Direktvermarktung für neue Wind- oder Solaranlagen sowie ein dezentraler Leistungsmarkt. 

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Bisher können Betreiber monatlich wählen, ob sie ihren Strom über das EEG vergüten lassen oder ihn direkt vermarkten und dafür den Verkaufserlös plus eine fixe Marktprämie einstreichen. „Aus Subventionsempfängern müssen Kaufleute werden", fordert BDEW-Chef-Managerin Hildegard Müller. Die Erneuerbaren müssen demnach nicht nur ökologisch, sondern auch zuverlässig und kostengünstig Strom produzieren. „Das sind zwei neue Qualitäten, ohne die die Erneuerbaren keine Zukunft haben", sagt Müller.

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dezentraler Leistungsmarkt

Zweitens soll ein dezentraler Leistungsmarkt geschaffen werden, in dem Versorgungssicherheitsnachweise gehandelt werden. Betreiber von Kohle- und Gaskraftwerken sollen ihre Reservekapazitäten darüber vermarkten können. Ohne diese Kraftwerke stehe „das wichtige Gut ,gesicherte Leistung‘ nicht mehr selbstverständlich zur Verfügung“, warnt Müller. 

Der BDI unterstützt in weiten Teilen den BDEW-Vorschlag. „Die Betreiber von Erneuerbare-Energien-Anlagen müssten künftig im Wege der Direktvermarktung mehr Verantwortung am Markt übernehmen“, erklärte Hauptgeschäftsführer Markus Kerber. 

Aus der Erneuerbaren-Branche hagelt es jedoch wie zu erwarten Kritik. Präsident des Bundesverbands Erneuerbare Energie Dietmar Schütz: „Man sollte das vorhandene System erst mal nachbessern, bevor man Fehler wiederholt und eine Zwangsvermarktung ohne zusätzlichen Nutzen einführt“, betont Schütz. Bereits heute seien mehr als die Hälfte der Erneuerbaren in der jetzt schon teuren Marktprämie, bei der Windenergie sogar über 80 Prozent.

 

Daniel Seeger
Keywords:
BEE | Hildegart Müller | Erneuerbare-Energien-Gesetz | EEG | Energiepolitik | BDI
Ressorts:
Governance

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