Kraftwerke
01.10.2013

Bedarf an Reserveleistung steigt rapide

Foto: Siemens
Gaskraftwerk Irsching

Im Winter 2015 müssen Kraftwerksbetreiber laut Bundesnetzagentur Anlagen mit einer Leistung von 4,8 Gigawatt als Reserve vorhalten. Das ist fast doppelt so viel wie für 2013/14 vorgesehen.

Die Bundesnetzagentur hat die Prognose der Übertragungsnetzbetreiber für den Winter 2015/16 bestätigt. Kraftwerksbetreiber müssen demnach Anlagen mit einer Leistung von 4,8 Gigawatt als Reserve vorhalten. Das ist rund doppelt so viel, wie die Behörde vor wenigen Wochen für den kommenden Winter veranschlagt hatte. 

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Netzagentur-Chef Jochen Homann begründete den Bedarf damit, dass sich die Erzeugung immer stärker in den Norden verschiebe. Darüber hinaus geht im Jahr 2015 das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld in Bayern planmäßig vom Netz. Die Netzagentur geht zudem davon aus, dass sich Netzausbau weiter verzögert, also nicht soviel Strom aus dem Norden abtransportiert werden kann.

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Im kommenden Winter halten Kraftwerksbetreiber eine Leistung von rund 2,5 Gigawatt vor, das entspricht in etwa zweieinhalb Atomkraftwerken. Die Behörde plant auch für den Winter 2015/16 diese Reserven ein, die etwa aus dem süddeutschen Gas-Kraftwerk Irsching 3, dem Kohlekraftwerk Staudinger 4 und dem Großkraftwerk Mannheim kommen. „Darüber hinaus werden die bis 2016 von einer Stilllegung bedrohten süddeutschen Kraftwerke in die Netzreserve überführt“, kündigte die Behörde an. Insgesamt 3,5 Gigawatt kämen damit jetzt schon zusammen, einen Bedarf an neuen Erzeugungsanlagen sieht die Bundesnetzagentur nicht.  

Netzbetreiber wie Tennet, Amprion oder 50 Hertz benötigen die Reservekapazität, um im Netz Ausfälle zu verhindern. Kritische Situationen entstehen, wenn etwa erneuerbare Energien in den dunklen, windarmen Wintermonaten nicht genügend Strom liefern können. Im April kommenden Jahres will die Netzagentur die Prognose für den Reservebedarf im Winter 2015, die auf die Analysen der Übertragungsnetzbetreiber zurückgehen, nochmals prüfen. 

 
Daniel Seeger
Keywords:
Bundesnetzagentur | Jochen Homann | Tennet | Amprion | 50 Hertz
Ressorts:
Governance

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