Technik-Trend
07.03.2018

Licht-Contracting: Beleuchtung mieten statt kaufen

Foto: iStock
Insbesondere für große Lager- und Gewerbehallen kann sich das Mieten der Beleuchtung lohnen.

Unternehmer müssen ihre Beleuchtung nicht selber betreiben, sie können sie auch mieten. Anbieter versprechen, dass so Energieverbrauch und Kosten gesenkt werden.

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Um Wasser und Wärme kümmern sich externe Lieferanten. Diese gibt es inzwischen auch für Licht: Licht-Contracting heißt das Konzept, bei dem ein Kunde seine Beleuchtung an einen Dienstleister auslagert. Im Prinzip mietet dabei der Immobilienbesitzer die Leuchtmittel. Der Vermieter garantiert, dass diese funktionieren und ist für Wartung und Unterhalt verantwortlich.

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Noch wird das Konzept wenig genutzt, obwohl es schon seit ein paar Jahren bekannt ist. Seit rund zwei Jahren nimmt seine Bedeutung jedoch zu, hat Martin Bornholdt, Geschäftsführender Vorstand bei der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz in Berlin, beobachtet: „Das liegt auch am Verbot der Quecksilberdampflampen in 2015, da machen sich die Leute Gedanken über neue Beleuchtungskonzepte.“

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Gewerbliche Kunden im Fokus

Besonderer Clou: beide Seiten profitieren. Den in der Regel entscheiden sich die Partner für Leuchtmittel, die weniger Strom verbrauchen als ihre Vorgänger, meist LED. Wie viel Stromkosten dadurch gespart werden, darüber gehen die Meinungen auseinander. Die Schätzungen reichen von einem Sechstel bis hin zu 70 Prozent. Wichtig ist jedoch der Fakt, dass Strom gespart wird. Denn das ist Teil des Konzepts und macht Licht-Contracting erst interessant. Denn ein Nutzer, der weniger Strom benötigt, entlastet nicht nur die Umwelt, er hat auch eine niedrigere Stromrechnung. Von einem Teil des gesparten Geldes bezahlt der Immobilienbesitzer den Lichtlieferanten, den Rest behält er. „So verdienen beide Seiten daran“, erklärt Bornholdt.

Bislang kommt das Verfahren vor allem in gewerblichen Anlagen zum Einsatz. Große Lager- und Produktionshallen bieten viele Möglichkeiten, die Beleuchtung zu optimieren. So auch bei Buchpartner, einem Buchgroßhändler. 40.000 Quadratmeter Fläche hat die Lagerhalle in Darmstadt, die seit Anfang 2017 mit dem neuen System beleuchtet wird.  „Obwohl die neuen LED-Leuchten in neun Meter Höhe hängen, erreichen wir jetzt im Mittel eine Beleuchtungsstärke von 170 Lux “, weiß Swen Hofmann, Assistent der Geschäftsführung bei Buchpartner. Dieser Wert liege über den für diese Umgebung im Arbeitsschutzgesetz geforderten 150 Lux. Die alten Quecksilberdampflampen hingegen seien teilweise sehr schwach gewesen. Zwischen den bis zu neun Metern hohen Regalen habe man an manchen Stellen nicht Mal mehr lesen können, was auf einem Blatt Papier stand.

Vermieter übernimmt Service

Die Licht-Contractoren zielen aber nicht nur auf Lagerhallen, sondern auch auf Betreiber von Büroräumen, Krankenhäusern, Tiefgaragen und Hotels und den Einzelhandel. Bei gewerblichen Kunden macht sich das Verfahren zudem in der Bilanz bemerkbar. Mieten sie die Leuchtmittel, können sie die Kosten im laufenden Jahr ansetzen und müssen sie nicht, wie bei einem Kauf, über mehrere Jahre abschreiben.

Um 15 bis 35 Prozent reduzierten ihre Kunden die Kosten, sagt Marco Hahn, Marketing-Chef bei der Deutschen Lichtmiete. In der Regel übernimmt der Vermieter auch den Service. Das heißt, er trägt das Risiko, falls die Leuchtmittel von schlechter Qualität sind. Die Deutsche Lichtmiete hat daher eine eigene Produktion für LED-Lampen an ihrem Standort in Oldenburg aufgebaut. „Je länger unsere Produkte halten, desto weniger Kosten haben wir“, erläutert Hahn.

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Lichtcontracting | Sharing
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