Weizenstroh könnte bald neuer Anwärter für eine CO₂-arme Mobilität werden. Derzeit experimentiert Mercedes-Benz mit dem daraus gewonnenen Zellulose-Ethanol und mischt es konventionellem Benzin bei. Schon jetzt entstünden so 20 Prozent weniger Treibhausgase als bei reinem Benzin und gleicher Motorisierung.

Das kooperierende Schweizer Chemie-Unternehmen Clariant gewinnt den Biokraftstoff auch aus anderen Agrarreststoffen, etwa Getreide- oder Maisstroh. Darum stünde er nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion oder um Anbauflächen, heißt es. Im Vergleich zu Benzin verursache das Zellulose-Ethanol 95 Prozent weniger CO₂-Emissionen. Im Anschluss mischt die Lösemittel-Firma Haltermann aus Hamburg das Zellulose-Ethanol mit gewöhnlichem Superbenzin.

In der aktuellen Forschungsphase enthält die fertige Mischung 20 Prozent des neuen Biokraftstoffs und wird derzeit einer Testflotte des Stuttgarter Autobauers verabreicht. Laut Peter Lueckert, Leiter der Entwicklungsabteilung Motoren, Powertrain und Einspritzung bei Daimler, liefen die aktuellen Mercedes-Benz Blue Direct Ottomotoren mit diesem Mischverhältnis bisher problemlos. Ob die Verwendung auch wirklich unbedenklich ist, werden die Fahrzeuge in den nächsten zwölf Monaten unter Beweis stellen. 

Mercedes-Benz-Flotte vor Zellulose-Ethanol-Anlage (Clariant/Rötzer)