Wahlkampf Australien
30.05.2016

Beschützer des Korallenriffs

Foto: Wikipedia/Departement of Defense
Malcolm Tunbull.

Fünf Wochen vor den Parlamentswahlen in Australien machen die Kandidaten für das Amt des Premierministers den Klimaschutz zum Wahlkampfthema.

 

Anzeige

Die beiden Kandidaten um das Amt des australischen Premierministers Malcolm Turnbull und Bill Shorten versprechen, mehr gegen die Folgen des globalen Temperaturanstiegs zu tun. In Australien leidet vor allem das von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärte Great Barrier Reef unter dem Klimawandel.

„Als jemand, der sich schon immer im Kampf gegen den Klimawandel engagiert hat und in seiner Vergangenheit dafür einen hohen Preis zahlen musste, will ich sicherstellen, dass Australien seine im Pariser Klimaabkommen vereinbarten Ziele bis 2030 einhält“, zitiert der australische Guardian den bislang amtierenden Premier Malcolm Turnbull bei einer TV-Debatte. 2009 hatte Turnbull der Einsatz für die Einführung eines landesweiten Emissionshandels sein Amt als Oppositionsführer gekostet.

Anzeige

Turnbull ergänzte: „Und sofern sich die Weltgemeinschaft auf noch ambitionierte Ziele einigt – und davon gehe ich aus – werde ich mich auch für die Erfüllung dieser einsetzen.“ Allerdings blieb er dem Publikum eine Antwort schuldig, wie sein Land konkret die Klimaziele des im Dezember 2015 vereinbarten Pariser Klimavertrags erreiche könnte.

 

Duell in Australiens Hauptstadt Canberra

Die zwei Favoriten um Amt des Premiers waren am Wochenende im nationalen Presseklub in der australischen Hauptstadt Canberra in einem Rede-Duell gegeneinander angetreten. Die Neuwahlen am 2. Juli sind nötig, nachdem Turnbull beide Parlamentskammer aufgelöst hatte. Zuvor hatte der Senat mehrfach Gesetzesvorhaben der Regierung blockiert. Mit den Neuwahlen will Turnbull sich mit seiner liberal-konservativen Regierung Rückhalt für seine Wirtschaftspolitik sichern. 

Der Kandidat der oppositionellen Labor-Partei, Bill Shorten, warf Turnbull am Wochenende vor, die Klimapolitik seines Amtsvorgängers Abbott fortzusetzen. „Sie waren so überzeugend, als Sie sich für den Klimaschutz eingesetzt haben“, sagte Shorten in Canberra. „Jetzt setzen Sie einfach die Ziele Tony Abbotts um.“

Turnbull, ehemaliger Umweltminister, blickt auf eine bewegte politische Karriere zurück. Im September vergangenen Jahres übernahm er das Amt des Premierministers von seinem Fraktionskollegen Tony Abbott, nachdem er sich in einer internen Abstimmung um dem Parteivorsitz gegen Abbott durchsetzte. Damit endete vorerst eine seit Jahren schwelende Rivalität der beiden liberalen Politiker. 2009 hatte der erzkonservative Klimaskeptiker Abbott eine ähnliche Abstimmung um das Amt als Oppositionsführer für sich entschieden. Seinerzeit setzte sich Turnbull für den auch von der damaligen Regierung befürworteten Handel mit Klimazertifikaten ein. Die Mehrheit seiner Fraktionskollegen war allerdings dagegen.

 

Laborpartei verspricht Finanzspritze für den Schutz des Korallenriffs

Unterdessen kündigte Shortens Labor-Partei laut Guardian an, 500 Millionen australische Dollar über einen Zeitraum von fünf Jahren in die Forschung und den Schutz des australischen Great Barrier Reefs vor der Küste des Bundesstaats Queensland bereitzustellen. Shorten erklärte den Schutz des Korallenriffs zur „höchsten Priorität“, sollte seine Partei die Wahlen gewinnen.

Man wolle die Empfehlungen des Forschungsberichts „Great Barrier Reef Water Science Taskforce Reports“ umsetzen, der vergangene Woche veröffentlicht wurde. Der Bericht rät unter anderem, zur Verbesserung der Wasserqualität den Stickstoffgehalt im Wasser um 80 Prozent zu senken.

Zudem war vorige Woche bekannt geworden, dass im UN-Report zum Klimaschutz jede Passage über Australien, insbesondere über das Riff, gestrichen wurde. Darauf hatte offenbar die Regierung bestanden, die um den Tourismus in der Region fürchtet. Umweltschützer und die Weltkulturerbe-Organisation UNESCO warnen immer wieder vor den Folgen der globalen Erwärmung für das Korallenriff

Jana Kugoth
Keywords:
Australien | Great Barrier Reef | Wahlen | Klimaschutz | Tony Abbott | Malcolm Turnbull | Bill Shorten
Ressorts:
Governance

Neuen Kommentar schreiben

 

Newsletter bestellen – Wunschausgabe erhalten

Jetzt den wöchentlichen
Newsletter bizz energy weekly abonnieren
und eine Ausgabe
Ihrer Wahl kostenlos erhalten.

Hier geht es zur Aktion!

 
 

bizz energy Research

Energie, Digitalisierung und Mobilität.
Unsere Factsheets bieten visualisierte Daten, liefern Fakten und stellen Zusammenhänge zu den Top-Themen der Energiewende dar.


Mehr Informationen