Nigeria-Connection
10.12.2013

Bilfinger kauft sich vom Korruptionsvorwurf frei

Nigerian National Petroleum Corporation

Bilfinger einigt sich mit dem US-Justizministerium auf die Zahlung von 23 Millionen Euro wegen des Vorwurfs der Bestechung in Nigeria. Der frühere Baukonzern soll sich dort vor zehn Jahren mit Millionenzahlungen Aufträge für den Bau einer Pipeline gesichert haben. Bilfinger räumt den Vorgang inzwischen ein.

Der Engineering- und Servicekonzern Bilfinger hat mit dem US-Justizministerium im Verfahren wegen eines Bestechungsfalls in Nigeria eine Einigung erzielt. Dabei räumt das Unternehmen die Verstöße gegen den US-amerikanischen Foreign Corrupt Practices Act in einer entsprechenden Mitteilung ein.

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Als Strafe zahlt Bilfinger jetzt rund 23 Millionen Euro und lässt sich für die Dauer von 18 Monaten in Nigeria bei seinen Geschäften von einem unabhängigen Berater über die Schulter schauen.  Erfüllt Bilfinger die Auflagen, wird das für drei Jahre ausgesetzte Verfahren endgültig eingestellt. 

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„Wir sind froh, diese Vorgänge aus lang zurückliegender Vergangenheit nun abschließen zu können“, erklärt Roland Koch, Vorstandsvorsitzender von Bilfinger. Sein Unternehmen habe seine Compliance-Instrumente in den vergangenen Jahren konsequent ausgebaut.

Bestechung für Pipeline-Bau

Das US-Justizministerium erhob gegen die inzwischen aufgelöste Bilfinger-Tochter Bilfinger Berger Gas and Oil Services den Vorwurf, gemeinsam mit der US-Ingeniereursfirma Willbros vor zehn Jahren für den Bau einer Pipeline Bestechungsgelder an die Auftraggeber Nigerian National Petroleum Corporation (NNPC) und Shell Nigeria gezahlt zu haben. 

Bilfinger war als Baukonzern Jahrzehntelang in Nigeria aktiv. Das westafrikanische Land mit seiner rapide wachsenden Wirtschaft und seinen großen Öl- und Gasvorkommen ist dabei bekannt für seine ausgeprägte Korruption. Transparency International listet das Land in ihrem Korruptionsindex auf Platz 144 aller Staaten.    

Mit der Neuausrichtung auf Engineering und Services hat Bilfinger seine Beteiligung an Julius Berger Nigeria mit Sitz in Abuja von rund 49 Prozent bereits auf rund 33 Prozent heruntergefahren. Der Konzern folgt damit seiner 2011 angekündigten Strategie, das Nigeria-Engagement ausschließlich auf Finanzbeteiligungen zu beschränken. 

 
Daniel Seeger
Keywords:
Bilfinger | Department of Justice | Nigeria | USA
Ressorts:
Governance | Markets

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