Stromkosten
13.12.2016

Billiger Offshore-Wind

Foto: Ad Meskens / Wikimedia Commons

Nach Dänemark führen nun auch die Niederlande Deutschland vor, wie günstig Windparks auf dem Meer Strom erzeugen können. Der Shell-Konzern und seine Partner kamen bei einer Auktion auf 5,45 Cent pro Kilowattstunde.

 

Anzeige

„Nach dem aktuellen Energiepreisszenario kann der zweite Windpark in Borssele nach siebeneinhalb Jahren ohne Subventionen auskommen“, schreibt die niederländische Regierung in einer Mitteilung. In Deutschland erhalten Offshore-Windparks, die bis 2020 in Betrieb gehen, noch eine gesetzlich garantierte Vergütung von mindestens 15,4 Cent pro Kilowattstunde über einen Zeitraum von zwölf Jahren.

Bei der Ausschreibung für die Abschnitte 3 und 4 des Windparks Borssele ging der Zuschlag an ein Konsortium aus dem heimischen Ölkonzern Shell, dem Planungsunternehmen Van Oord, dem Energiekonzern Eneco und der Betreibergesellschaft Diamond Generating Europe, einer Tochter von Mitsubishi. Das Projekt Borssele entsteht im Süden des Landes, 22 Kilometer vor der Küste. Die Turbinen sollen von MHI Vestas kommen, teilte Van Oord mit.

Anzeige

 

Konkurrenzfähig gegenüber Kohlekraftwerken

Der Zuschlag zeigt einen dramatischen Preisverfall bei den Gestehungskosten für Strom aus Meereswindparks. Erst im Juli hatte der Konzern Dong Energy den Zuschlag für Borssele 1 und 2 erhalten – zum damaligen Rekordpreis von nur 7,27 Cent pro Kilowattstunde. Anfang November erregte Vattenfall Aufsehen mit einer neuen Bestmarke von 4,99 Cent für den dänischen Teil des Projekts Kriegers Flak.

Mit Gestehungskosten von rund 5 bis 7,3 Cent pro Kilowattstunde sind Offshore-Windparks inzwischen konkurrenzfähig gegenüber konventionellen Kraftwerken. Eine Kilowattstunde aus Steinkohlemeilern kostet nach Angaben des Kraftwerksverbandes VGB Power Tech zwischen 4 und 11,6 Cent, bei neuen Braunkohlekraftwerken sind es demnach 2,9 bis 8,4 Cent. Gaskraftwerke haben noch höhere Kosten zwischen 5,3 und 16,8 Cent pro Kilowattstunde.

Manuel Berkel
Keywords:
Offshore-Windenergie | Niederlande | Shell | Mitsubishi
Ressorts:

Kommentare

Wenn die Windräder nicht mehr als Kapitalanlage völlig überteuert erstellt werden, sind sie sowieso konkurrenzlos bei der Stromerzeugung.
Es sollte jedem klar sein, dass Kraftwerke mit Betriebskosten für Kohle, Gas, Uran etc. niemals gegen Kraftwerke ohne Betriebskosten wie Wind, Wasser , Sonne konkurrenzfähig sind.

Es wäre gut, die Laufzeiten der Einspeisevergütungen für die jeweiligen Projekte zu sehen und dann die Kosten "Apfel zu Apfel" zu vergleichen.

Ebenfalls ergänzend: Diese Kostensenkungen sind in den letzten Jahren nur möglich geworden, weil der Ausbau der Offshore Windkraft mittlerweile in industriellem Massstab erfolgt. Es ist spannend zu sehen, dass auch hier wieder die Prognosen von vor 10 Jahren übertroffen werden. Deutschland sollte nun den Fuss von der Bremse nehmen und für einen geordneten Netzausbau sorgen, denn die Holländer freuen sich in Pressemitteilungen über die vielen Tausend Arbeitsplätze.
Die Kollegen vom deutschen Verbraucherschutz dürften sich entschuldigen... und Holger Krawinkel als "Energieexperte" sich einen neuen Job suchen (https://www.welt.de/wirtschaft/article114925972/Verbraucherschutz-ge isselt-Bau-von-Offshore-Anlagen.html). "Die Welt" schweigt... ;-)

Sie sollten sich in der Tat entschuldigen. Noch in 2013 hat die Verbraucherzentrale in der Person von Herrn Krawinkel aktiv vor einem Bürgerbeteiligungsmodell an einem Offshore Windpark gewarnt.

Neuen Kommentar schreiben

 

Newsletter bestellen – Wunschausgabe erhalten

Jetzt den wöchentlichen
Newsletter bizz energy weekly abonnieren
und eine Ausgabe
Ihrer Wahl kostenlos erhalten.

Hier geht es zur Aktion!

 
 

bizz energy Research

Energie, Digitalisierung und Mobilität.
Unsere Factsheets bieten visualisierte Daten, liefern Fakten und stellen Zusammenhänge zu den Top-Themen der Energiewende dar.


Mehr Informationen