Für die Biogasbranche sind die Zahlen wenig überraschend. Nach dem Rekordjahr 2011 mit über 1.200 neuen Biogasanlagen ging der Zubau im vergangenen Jahr drastisch zurück. Grund sind die neuen Regeln im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), die zum Jahresbeginn 2012 in Kraft traten. Die Auflagen für neue Biogasanlagen wurden darin deutlich verschärft.

So haben Biogasanlagen nur einen Anspruch auf die EEG-Vergütung, wenn sie mindestens 60 Prozent der anfallenden Wärme aus Biogas für die Stromproduktion nutzen. Zudem gilt eine Obergrenze für den Einsatz von Mais in Biogasanlagen. Viele Betreiber brachten ihre Anlagen noch bis Ende 2011 an Netz, um den neuen Regeln zu entgehen. Der starke Zubau des Jahres 2011 dürfte demnach eine Ausnahme bleiben.

Insgesamt sind in Deutschland nach Angaben des Fachverbandes Biogas 7.515 Biogasanlagen mit einer Leistung von 3.300 Megawatt am Netz. Das entspricht in etwa der Leistung von zwei Kernkraftwerken. Für das laufende Jahr erwartet der Verband keinen nennenswerten Zuwachs auf dem deutschen Markt. Der Einbruch stelle die Unternehmen vor eine schwierige Situation, heißt es. Große Anbieter wie Envitec oder MT Energie haben bereits mit einem deutlichen Personalabbau auf die Entwicklung reagiert. Insgesamt beschäftigt die Branche nach eigenen Angaben etwa 45.000 Menschen.

Exportgeschäft wächst

Das Auslandsgeschäft gewinnt zudem angesichts des schrumpfenden Heimatmarktes stärker an Bedeutung. Die Exportquote stieg innerhalb von zwei Jahren rasant: von 10 auf 44 Prozent. Die Anlagen gehen dabei vor allem ins europäische Ausland, nach Großbritannien, Frankreich, Italien sowie nach Ostereuropa.

 

 

(Foto: MT Energie)