Zum Jahresende 2011 haben 77 Biogasanlagen 275 Millionen Kubikmeter Biogas ins Gasnetz eingespeist. Im Vergleich zum Vorjahr stellt dies eine Steigerung von 54 Prozent dar. Das sind die neuesten Zahlen von einem gestern veröffentlichten Biogasmonitoring-Bericht der Bonner Bundesnetzagentur. „Beim politisch gewollten weiteren Ausbau der Energiegewinnung aus erneuerbaren Quellen kann Biogas einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, die Angebotsstruktur der Nachfrage anzupassen“, betonte Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur.

Biogas ist grundlastfähig und kann jederzeit in Strom umgewandelt werden. Damit ist der Energieträger eine gute Ergänzung zum fluktuierenden Strom aus Wind und Sonne. „Besonderes Entwicklungspotenzial bietet Biogas seit 2011 durch die regulatorische Gleichstellung von Power to Gas mit Biogas“, sagt Homann. Das auch als Windgas bekannte Verfahren wird bereits in mehreren Pilotprojekten getestet. Auch die Konzerne Eon, Vattenfall und Autobauer Audi planen eigene Anlagen. Durch Elektrolyse wird Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten. Eine chemische Reaktion von Wasserstoff mit CO2 erzeugt synthetisches Methan. Biogasanlagen können dabei als CO2-Quelle dienen.

Die eingespeiste Biogasmenge bleibt jedoch weit hinter den Erwartungen der Bundesregierung zurück. Bezogen auf das ausgegebene Mengenziel von sechs Milliarden Kubikmeter für das Jahr 2020 seien erst 4,6 Prozent erreicht. Eine Ursache für diese niedrige Quote seien die im Vergleich zu fossilem Erdgas hohen Produktionskosten von rund 5,7 Cent pro Kilowattstunde, so Homann. Die alleinige Betrachtung der Herstellungskosten – fossiles Erdgas kann mit unter zwei Cent pro Kilowattstunde hergestellt werden – sei jedoch nicht zielführend. Homann spielt damit auf die Ausgleichfunktion des Energieträgers an: „Der Biogaserzeugungsprozess ist in jeder Wertschöpfungsstufe steuerbar und damit innerhalb der regenerativen Energien einzigartig.“

Eine Biogasanlage bei der Arbeit. (Verbio AG)