Personalie
25.06.2013

Biokraftstoffverband mit neuer Führung

An der Spitze des Verbandes der deutschen Biokraftstoffindustrie steht künftig Robert Figgener. Der Geschäftsführer des Pflanzendieselherstellers Eco Motion löst Detlev Enders von ADM nach zwei Jahren turnusgemäß ab. Die Branche steht vor einer ungewissen Zukunft.

Auf Figgener kommen harte Zeiten zu. Die EU-Kommission will die Anforderungen für Biokraftstoffe verschärfen. Dabei geht es um die Auswirkungen von indirekten Landnutzungswechseln – wenn also der Anbau von Energiepflanzen die Nahrungsmittelproduktion auf andere, zuvor ungenutze Flächen verdrängt. Dieser Landnutzungswechsel sorgt für zusätzliche Treibhausgasemission aus dem Boden, die die EU-Kommission nun auf die Umweltbilanz von Biokraftstoffen anrechnen will. Umweltorganisationen hatten dies schon seit längerem gefordert.

Anzeige

Anzeige

Wenn die Kommission die Pläne umsetzt, würde Biodiesel aus Europa nach derzeitigem Stand nicht mehr die geforderte CO2-Ersparnis gegenüber herkömmlichen Kraftstoffen erfüllen. Die Hersteller wehren sich deswegen massiv gegen die Pläne. EU-Energiekommissar Günther Oettinger versucht seit längerem, die Maßnahmen abzumildern und die europäische Biokraftstoffindustrie zu retten. „In den kommenden Monaten wird ein Schwerpunkt der Tätigkeiten des Verbandes in Brüssel liegen, da dort derzeit langfristige Weichenstellungen für unsere Branche getroffen werden“, betonte Figgener. Er ist im Hauptberuf Geschäftsführer des Biodieselherstellers Eco Motion, einer Tochter der Saria Bioindustries. 

Auch bei einem anderen Thema schaut die Biodieselbranche nach Brüssel. Es geht um Strafzölle für Biospritimporte aus Argentinien und Indonesien. Die Brüsseler Behörde hat diese Anfang des Monats verhängt, wegen des Verdachts der unlauteren Exportsubventionierung. Der Grund: Die Regierungen in Buenos Aires und Jakarta besteuern unverarbeitetes Pflanzenöl mit einem niedrigeren Satz als den aus dem Öl verarbeiteten Kraftstoff. Damit schützt sie die Interessen ihrer eigenen Kraftstoffhersteller, so der Vorwurf der europäischen Biodieselindustrie. Der Biodiesel aus Argentinien und Indonesien ist weit günstiger als europäischer Sprit. Zum Jahresende wird die Kommission die Maßnahmen überprüfen, auch die Mitlgliedsstaaten können dann entscheiden, ob weiter Importabgaben erhoben werden sollen.

 

 

 

 

Karsten Wiedemann
Keywords:
Biokraftstoffe | EU
Ressorts:
Markets | Community

Neuen Kommentar schreiben

 

Newsletter bestellen – Wunschausgabe erhalten

Jetzt den wöchentlichen
Newsletter bizz energy weekly abonnieren
und eine Ausgabe
Ihrer Wahl kostenlos erhalten.

Hier geht es zur Aktion!

 
 

bizz energy Research

Energie, Digitalisierung und Mobilität.
Unsere Factsheets bieten visualisierte Daten, liefern Fakten und stellen Zusammenhänge zu den Top-Themen der Energiewende dar.


Mehr Informationen