In Deutschland ist der Bau eines Flughafens in der Hauptstadt oder eines Konzerthauses an der Elbe schon mal mit Pleiten, Pech und Pannen verbunden. In China brauchen Großprojekte viel weniger Zeit. In den Riesenstädten werden Stadtviertel permanent neu gestaltet. Die Umsetzungsrate ist enorm. Neue Infrastruktur erlaubt jungen Unternehmen, neue Geschäftsfelder zu besetzen. Ein konkretes Beispiel: Das Reich der Mitte treibt mit milliardenschweren Investitionen in Pakistan den Aufbau einer neuen Seidenstraße voran. Chinas Präsident Xi Jinping reiste im April in das Nachbarland, um dort Projekte im Umfang von 46 Milliarden Dollar zu starten.  

Unzureichende Förderung in Deutschland

Hohe Investitionen in Infrastruktur und Forschung, verbunden mit extrem hoher Anpassungsgeschwindigkeit, ermöglichen überdurchschnittliches Wachstum. In den letzten 15 Jahren ist das chinesische Bruttosozialprodukt jährlich im Schnitt um knapp zehn Prozent gewachsen. In Deutschland schwebt die Kanzlerin schon bei zwei Prozent Wirtschaftswachstum auf Wolke Sieben. Aber ihre Infrastrukturpolitik wirkt im Vergleich zu China wie ein fauler Kompromiss. Statt moderne Straßensysteme und Elektromobilität nach vorne zu bringen, forciert sie die Pkw-Maut für Österreicher und handelt sich – wie von fast allen Experten zuvor prognostiziert  – gerade großen Ärger mit der EU-Kommission ein.