Das Blockchain-Projekt Enerchain wurde für den Live-Handel freigegeben, wie das federführende Unternehmen Ponton mitteilt. Enerchain ist damit die erste Blockchain-basierte Handelsplattform, die den außerbörslichen Energiehandel mit Strom und Gas ermöglicht.

Enerchain startete im Mai 2017 zusammen mit 44 europäischen Energieunternehmen. Seitdem seien mehrere Tests durchgeführt worden, um den Handelsprozess zu verbessern und die Blockchain-Infrastruktur gegen mögliche Cyber-Angriffe abzusichern, schreibt der Hamburger IT-Dienstleister Ponton.

Das Projekt habe zum Ziel, Eintrittsbarrieren für neue Markteilnehmer abzubauen und ihnen direkten Zugriff auf ihre Marktdaten zu ermöglichen. „Es gibt nur wenige realisierbare Blockchain-Geschäftsmodelle“, sagt Ponton-Geschäftsführer Michael Merz. „Aber diejenigen, bei denen Drittanbieter durch eine verteilte Infrastruktur ersetzt werden, sind mehr als vielversprechend.“

Komplexe Transaktionen effizienter

Das Projekt setzt darauf, dass sich die Energiemärkte weiter dezentralisieren. Als ebenfalls dezentrale Technologie gilt die Blockchain als ein Hoffnungsträger für die Energiewende.  Beispielsweise ermöglicht sie den Peer-to-Peer-Handel (P2P) von Strom. Mit Hilfe der Blockchain-Technologie können Marktakteure auf direktem Weg miteinander ohne zentrale Instanzen wie Börsen, Broker oder Energieversorger agieren. Der Besitzer einer Solaranlage kann so seinen überschüssigen Strom direkt an seinen Nachbarn verkaufen.

Bei Enerchain geht es aber um den Großhandel von Strom und Gas innerhalb Europas. Durch die Blockchain-Technologie könnte der Ablauf der komplexen Transaktionen in Zukunft effizienter werden. Da keine Zwischenhändler benötigt werden, könnten Prozesse verschlankt und Kosten gespart werden.

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Die denzentrale Blockchain-Technologie gilt als Hoffnungsräger für die Energiewende. (Foto: iStock)