Strommarkt
19.12.2014

Brasilien: Fossile für den Zuckerhut

foto: depositphotos

In Brasilien wurden Ende des Jahres fünf Gigawatt Leistung bis 2019 versteigert. Die Erneuerbaren kamen dabei kaum zum Zug.

 

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Brasiliens Stromverbrauch wächst rasant. Das Land bestellt die nötigen neuen Kraftwerke vorausschauend. Die Leistung wird fünf Jahre im Voraus ausgeschrieben – und die jährlichen Auktionen mit Spannung erwartet. Ende November war es wieder soweit: Knapp fünf Gigawatt Leistung zur Lieferung ab 2019 wurden versteigert. In den vergangenen Jahren konnten sich erneuerbare Energien durchsetzen.
Doch die Regeln wurden vor dieser Auktion geändert, um die schwankende Einspeisung abzubilden.

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Die Folge: Gas war mit drei Gigawatt Leistung den anderen Energieträgern weit voraus. Wind kam auf ein Gigawatt (1.000 Megawatt). 0,6 Gigawatt Leistung stammten aus Biomasse und 0,34 Gigawatt aus neuen Kohlekraftwerken. Photovoltaik kam gar nicht zum Zuge, knapp ein Gigawatt Solarkapazität war aber bereits Ende Oktober getrennt versteigert worden – zu sehr niedrigen Preisen.
Brasilien leidet unter einer der schlimmsten Dürren seit Jahrzehnten, was auch die Leistung der Wasserkraftwerke, in denen mehr als zwei Drittel des Stroms produziert werden, deutlich reduziert.
Fossile Kraftwerke konnten die Lücke gerade noch füllen. Dennoch erwarten Beobachter, dass Brasiliens gerade erst wiedergewählte Präsidentin Dilma Rousseff in den kommenden Jahren vor allem Windkraft-Investitionen fördern wird.

Jakob Schlandt
Keywords:
Brasilien | Strommarkt | Auktion | Photovoltaik | Fossile Energie | Kraftwerke | Biomasse
Ressorts:
Governance | Markets

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