Nach einem ähnlichen Vorstoß in Deutschland gibt es nun auch in Frankreich ein Bündnis für die Brennstoffzelle. Konkret planen Faurecia und staatlich finanzierte Forschungsorganisation „Kommissariat für Atomenergie und alternative Energien“ (CEA) die Entwicklung, Massenproduktion und Kommerzialisierung von Brennstoffzellen-Stapeln (Stacks), die die Erwartungen der Autoindustrie erfüllen. Faurecia ist der achtgrößte Autozulieferer der Welt, zu den Kunden der Franzosen zählen Volkswagen, PSA, Ford, BMW, Daimler, Toyota und viele andere.

Das CEA forscht bereits seit zwei Jahrzehnten an BZ-Stacks und einzelnen Komponenten wie Bipolarplatten, während Faurecia Expertise im Bereich der Flüssigkeitsdynamik und Katalyse vorweisen kann. CEA-Chef Florence Lambert bezeichnete das Forschungsprogramm als ein „starkes Signal an die französische Industrie“.

Kurze Tankzeiten

Bei Faurecia geht man davon aus, dass die Brennstoffzellen-Technologie unter anderem wegen ihrer kurzen Tankzeiten mit batterieelektrischen Mobilitätslösungen koexistieren wird. „Insbesondere für Nutzfahrzeuge handelt es sich um eine effektive Alternative“, sagt CEO Patrick Koller. „Außerdem ist die Wasserstoff-Produktion ein effizienter Weg, um erneuerbare Energie zu speichern.“

In Deutschland hat sich das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) im Sommer unter anderem mit den Autobauern VW, BMW und Daimler zu dem Projekt „Autostack-Industrie“ zusammengeschlossen. Sie wollen damit Brennstoffzellen zur industriellen Reife bringen und Verfahren zur Serienfertigung erarbeiten. Das ZSW hat eine kompakte Hochleistungs-Brennstoffzelle entwickelt, die mit einer Leistungsdichte von vier Kilowatt pro Liter weltweit führend ist.

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Mehrere Brennstoffzellen hintereinander angeordnet ergeben einen Zellenstapel, der meist als Stack bezeichnet wird (Foto: Faurecia)