Digitalisierung
19.12.2019

BSI zertifiziert drittes Smart-Meter-Gateway

Foto: EMH metering
Ausstellung eines Smart Meter Gateway und weiterer intelligenter Messsysteme auf der E-world 2019.

Der Rollout der intelligenten Stromzähler kann Anfang 2020 beginnen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hat ein drittes Smart-Meter-Gateway freigegeben.

Die Digitalisierung der Stromnetze in Deutschland ist einen wichtigen Schritt vorangekommen: Ein drittes der sogenannten Smart-Meter-Gateways für Stromzähler hat die Prüfungen durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bestanden. Im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) überreichten der Staatssekretär für Energiepolitik Andreas Feicht und BSI-Präsident Arne Schönbohm das Zertifikat auf Basis des Schutzprofils für die Geräte an Peter Heuell, Geschäftsführer des Unternehmes EMH Metering aus Gallin in Mecklenburg-Vorpommern.

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Die Zertifizierung von drei dieser Kommunikationsmodule ist eine Voraussetzung für den Pflichteinbau der intelligenten Zähler. Das BSI sprach von einem „Meilenstein für die Energiewende“.  „Mit der dritten Zertifizierung haben wir einen wichtigen Schritt hin zu einer erfolgreichen Digitalisierung der Energieversorgung in Deutschland gemacht“, sagte der BSI-Präsident. Gleichzeitig habe man belegt, dass innovative Technik und Informationssicherheit dabei Hand in Hand gehen und die Privatsphäre der Verbraucherinnen und Verbraucher geschützt sei.

"Verbraucher nicht zusätzlich belasten"

Zunächst werden Smart Meter nur für Betriebe und Haushalte mit einem Stromverbrauch von mehr als 6000 Kilowattstunden im Jahr zur Pflicht. Zum Vergleich: Für einen Vier-Personen-Haushalt wird ein durchschnittlicher Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden angenommen. Auch bei Solaranlagen mit mehr als 7 Kilowatt Leistung, Ladepunkten für Elektroautos, Wärmepumpen und Nachtspeicherheizungen muss ein Smart Meter eingebaut werden.

Verbraucherschützer forderten, der Einbau der Smart Meter dürfe nicht zu Lasten der Kunden gehen. „Jetzt müssen die Netz- und Messstellenbetreiber variable Tarife anbieten und eingesparte Kosten vollständig weitergeben“, forderte Thomas Engelke von der Verbraucherzentrale Bundesverband. Die Geräte der ersten Generation seien auch nicht in der Lage, Ladestationen für Elektrofahrzeuge je nach Netzauslastung selbstständig zu steuern oder vernetzbare Haushaltsgeräte eines Smart Homes an- und abzuschalten.

Markterklärung Anfang kommenden Jahres

Die Smart Meter sollen helfen, Stromnachfrage und Stromerzeugung besser in Einklang zu bringen. Dazu verbinden sie Stromerzeuger, Netzbetreiber und Verbraucher miteinander. Die Energiebranche wartet seit längerem auf den Startschuss für die Smart Meter, der eigentlich schon 2017 fallen sollte. „Ab sofort können Stadtwerke von der Planungs- in die Umsetzungsphase gehen“, sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU), Michael Wübbels. Die neuen Geräte müssten jetzt beweisen, dass sie die angekündigten Mehrwerte bieten und praxistauglich seien.

Bevor der Pflichteinbau endgültig starten kann, muss das BSI noch eine sogenannte Markterklärung veröffentlichen. Mit ihr werden die Auswirkungen der geplanten Rechtsrahmenänderungen in verschiedenen Bereichen analysiert. Die aktualisierte Version ist für Anfang 2020 angekündigt.

„BSI und BMWI haben nun zu klären, was mit den Geräten technisch gemacht werden kann und soll“, sagt Fabian Zuber, Mitinitiator von Commetering. Das Unternehmen bietet den Messstellenbetrieb für Betreiber von Photovoltaik-Anlagen an. Die Markterklärung sollte nun auch genutzt werden, um weitreichende Ausnahmen für PV-Betreiber und ausreichende Übergangsfristen festzuhalten, fordert Zuber.

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ck/dpa
Keywords:
Smart Meter Gateway | Digitalisierung | Smart Meter
Ressorts:
Technology | Markets
 

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