Die Bundesnetzagentur hat Zuschläge für 1.013 Megawatt Leistung vergeben, nachdem Bewerber Gebote für insgesamt 2.927 Megawatt einreichten. Mit insgesamt 281 Geboten sei die Ausschreibung "deutlich überzeichnet" gewesen, teilt die Behörde mit – sie hat 67 Geboten Zuschläge erteilt.

 

Ähnlich gut wie in der ersten Onshore-Ausschreibungsrunde im Frühjahr schnitten Bürgerenergiegesellschaften ab: Sie bekamen 60 Zuschläge (90 Prozent) und 95 Prozent des Zuschlagsvolumens. Nach der ersten Ausschreibung hatte sich allerdings herausgestellt, dass für viele der bezuschlagten Bürgerwindprojekte noch keine Genehmigungen nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz vorlagen. (Lesen Sie auch die Analyse von bizz energy Research: Erste Windpark-Auktion verunsichert den Markt)

 

Zuschlagswert sinkt

 

Der durchschnittliche Zuschlagswert sank um mehr als einen Euro-Cent auf 4,28 Euro-Cent pro Kilowattstunde. Jochen Homann, der Präsident der Bundesnetzagentur, zeigte sich zufrieden: „Das Ergebnis bestätigt die positiven Erfahrungen aus den voran gegangenen wettbewerblichen Ausschreibugen im Offshore- und im Photovoltaikbereich.“

 

Viele der Projekte werden laut Bundesnetzagentur in Ostdeutschland angesiedelt sein, da dort die Flächenverfügbarkeit höher sei. 63 Prozent des Ausbau Volumens wurden an Projektierer in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen vergeben.

 

BWE sorgt sich um Hersteller

 

Der Bundesverband Windenergie (BWE) bewertet das Ergebnis der Ausschreibung kritisch. Er bezweifelt, dass viele der Bürgerwindparkprojekte rechtzeitig umgesetzt werden: „Zulieferer und Hersteller, aber auch Baunebengewerbe, Logistik und Projektierer setzt diese Unsicherheit stark unter Druck“, schreibt der BWE in einer Stellungnahme. In der Folge sieht er die Position deutscher Hersteller im internationalen Technologie-Wettbewerb gefährdet.

 

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