Schiefergas
26.02.2013

Bundesregierung einigt sich auf Fracking-Regeln

Foto: depositphotos
Fracking-Projekt im US-Bundesstaat Colorado

Die Förderung von Erdgas aus tiefen Gesteinen soll in Deutschland mit Einschränkungen möglich werden. Darauf einigten sich Wirtschaftsminister Philipp Rösler und Umweltminister Peter Altmaier. Von der Opposition kommt Kritik.

Der Entwurf für eine entsprechende Verordnung sieht die Erdgasförderung mittels Fracking unter bestimmten Bedingungen vor. So sind etwa Umweltprüfungen vorgesehen. In Trinkwasserschutzgebieten soll es ein generelles Fracking-Verbot geben. 

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Bei dieser Methode wird eine Mischung aus Sand, Wasser und Chemikalien mit Druck in den Boden verpresst. Dadurch brechen Gesteinsschichten auf, und Erdgas kann entweichen. In den USA hat das Fracking zu einem Boom beim billigem Schiefergas geführt.

Kritik: Grundwasserbelastung

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Umweltschützer warnen vor einer Belastung des Grundwassers durch die eingesetzten Chemikalien. Auch das Umweltbundesamt ist skeptisch: „Für Deutschland sehe ich nicht, dass die Methode eine Rolle spielen wird. Dafür sind zu viele Risiken ungeklärt“, schreibt der Chef des Umweltbundesamtes, Jochen Flasbarth, in einem Beitrag für die März-Ausgabe von BIZZ energy today. Unternehmen wie Wintershall oder Exxon Mobil betonten dagegen die Chancen des Schiefergases. Heimische Energieressourcen müssten genutzt werden.

Die Opposition übt scharfe Kritik an den nun beschlossenen Fracking-Regeln. Die Regierung schlage alle Bedenken von Wissenschaftlern in den Wind, kritisierte der energiewirtschaftliche Sprecher der Grünenfraktion im Bundestag, Oliver Krischer. Auf 80 Prozent der Fläche in Deutschland dürfe nach den Vorschlägen der Bundesregierung nun Fracking angewandt werden. Länder und Kommunen „werden Fracking-Anträge genehmigen müssen, obwohl es berechtigte Zweifel an der Sicherheit der Technologie gibt und in der Bevölkerung keine Akzeptanz vorhanden ist“, sagte der Grünen-Politiker. Der Bundesrat hatte vor kurzem darauf gedrungen, Fracking erst zu erlauben, wenn die Folgen für die Umwelt abgeschätzt werden können. 
 
 
 
Karsten Wiedemann
Keywords:
Fracking | Schiefergas | Peter Altmaier | Umwelbundesamt | Philipp Rösler | Erdgas | Oliver Krischer
Ressorts:
Governance

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