Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) und die Frankfurter Förderbank KfW unterstützen mit 30 Millionen Euro eine Wechselkursabsicherung für Investoren von Erneuerbaren-Anlagen in Afrika. Damit sollen die Kursschwankungen der afrikanischen Währungen kompensiert werden, teilte Hendricks Staatssekretär Jochen Flasbarth diesen Samstag am Rande des Pariser Klimagipfels mit. Er ergänzte: Mit der Anschubfinanzierung erhoffe sich die Bundesregierung eine Hebelwirkung von 40 Prozent, durch die in den nächsten Jahren zusätzliche Gelder von 120 Millionen Euro fließen sollen.

Investitionen in Solar-, Windparks und anderen Erneuerbaren-Anlagen in Afrika bergen nicht nur politische Risiken. Die Kredite zum Bau einer Solaranlage werden in der Regel in US-Dollar oder Euro aufgenommen. Der mit der Anlage produzierte Strom wird jedoch in der Landeswährung bezahlt. Deren Wechselkurs unterliegt oft großen Schwankungen. Die Versicherung TCX übernimmt dieses Risiko. Damit wissen Investoren, wie viel lokale Währung sie benötigen, um die Schulden am Tag der Fälligkeit zurückzuzahlen. 

 

Für die "eigentliche Herausforderung" nicht genug

Den Vorstoß bewertet Klimaökonom Jan Minx von der Hertie School of Governance in Berlin zwar als „nützliches Zusatzinstrument.“ An der „eigentlichen Herausforderung“ gehe es aber vorbei: „Einen Wachstumspfad in Entwicklungsländern zu vermeiden, der auf billige, fossile Energieträger baut.“ Minx fordert: „Wir müssen somit vor allem auch dafür sorgen, dass fossile Brennstoffe nicht länger subventioniert, sondern perspektivisch besteuert werden.“ Sonst sei die globale Kohlerenaissance nicht in den Griff zu bekommen. 

Windpark in Südafrika. (foto: flickr/Lollie-Pop)