Solarmarkt
18.10.2013

Centrosolar geht unter den Schutzschirm

Der Münchner Solarkonzern Centrosolar möchte sich mithilfe eines Schutzschirmverfahrens durch die anhaltende Solarkrise retten. Die Vorzeichen sind schlecht: Im dritten Quartal brach der Umsatz um 40 Prozent ein.

Die Centrosolar Group, die Centrosolar AG und die Centrosolar Sonnenstromfabrik haben beim Amtsgericht Hamburg die Einleitung eines Schutzschirmverfahrens in Eigenverwaltung beantragt. Die Vorstände und Geschäftsführer bekommen im Schutzschirmverfahren laut Insolvenzrecht einen vorläufigen Sachwalter an die Seite, der die Interessen der Gläubiger vertritt. Ein offizielles Insolvenzverfahren ist damit zunächst vom Tisch.

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Den Unternehmen bleiben nach Eröffnung des Verfahrens drei Monate, um mit dem Sachwalter ein tragfähiges Sanierungskonzept auszuarbeiten. An den Standorten Hamburg, Wismar, Paderborn, Kempten und München sollen die Geschäfte so wie bisher weitergehen. Das Schutzschirmverfahren ist erst seit dem vergangenen Jahr nach deutschem Insolvenzrecht möglich.

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Die ursprünglich angestrebte Eigensanierung ist aber zunächst einmal gescheitert. Noch im Mai hatte das Unternehmen die Zustimmung seiner Aktionäre und Gläubiger für das im Frühjahr ausgearbeitete Sanierungskonzept bekommen. Centrosolar hatte damals noch auf eine Besserung durch die Anti-Dumping-Maßnahmen der Europäischen Union und den Abbau der Überkapazitäten auf dem Solarmarkt gehofft. „Aber die Erholung tritt später ein als ursprünglich erwartet“, sagte nun Vorstandsvorsitzende der Centrosolar Group, Alexander Kirsch. Durch das Schutzschirmverfahren möchte er jetzt die Sanierung forcieren.

Bilanzsanierung bisher ohne große Wirkung

Im dritten Quartal 2013 hat die Centrosolar Group nach vorläufigen Zahlen mit 27,5 Millionen Euro 40 Prozent weniger Umsatz erzielt als im Vorjahreszeitraum (46 Millionen Euro). Das lag auch unterhalb der Erwartungen für den Restrukturierungsplan. In den ersten neun Monaten lag der Umsatz damit bei 85 Millionen Euro, nach 145 Millionen im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) lag im dritten Quartal bei minus 4,4 Millionen Euro (Vorjahr minus 3,1 Millionen Euro), in den ersten neun Monaten bei minus 18,2 Millionen Euro (Vorjahr minus 7 Millionen).

Tochtergesellschaften wie Renusol, Centrosolar America und Centroplan sind nicht Bestandteil des Verfahrens. Die frühere Tochter Centrosolar Glas musste am Montag Insolvenz anmelden. Im Mai diesen Jahres hatte das belgische Unternehmen Ducatt die Solarglas-Sparte von Centrosolar übernommen. 

 
Daniel Seeger
Keywords:
Centrosolar | Photovoltaik | Solarmarkt | Solarkrise
Ressorts:
Markets

Kommentare

Die Sanierung von Centrosolar geht voran. Die beiden Tochtergesellschaften Centrosolar AG und Centrosolar Sonnenstromfabrik haben sich mit den Banken, die das Umlaufvermögen finanzieren, auf ein Finanzierungskonzept zur Fortführung des Geschäftsbetriebs verständigt. [Quelle: http://www.finance-magazin.de/geld-liquiditaet/kredite-und-anleihen/fina...
Das war ein sehr wichtiger Schritt für das operative Geschäft des Unternehmens.
Gruß,
W.

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