Elektromobilität
14.09.2018

ChargePoint will weltweit 2,5 Millionen Ladesäulen errichten

Foto: ChargePoint
Will massiv wachsen: Der Ladeanbieter ChargePoint aus dem Silicon Valley.

Das US-Unternehmen ChargePoint heizt den Wettbewerb um den Aufbau von Ladeinfrastruktur an: Es kündigt an, bis 2025 massiv in Säulen zu investieren.

Das Ziel ist äußerst ehrgeizig: Um dem erwarteten Wachstum der Elektromobilität in den kommenden Jahren Rechnung zu tragen, will der Ladesäulenanbieter ChargePoint bis zum Jahr 2025 weltweit 2,5 Millionen Ladestationen für Elektroautos einrichten. Damit heizt der jetzt schon zu den größten gehörende Ladenetzwerkanbieter den Wettbewerb um den Aufbau eines globalen Ladesäulennetzes an. 

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Momentan betreibt ChargePoint rund 53.000 Ladepunkte, die meisten davon in den USA. Daimler, BMW und Siemens halten Anteile an dem kalifornischen Unternehmen. 2017 expandierte es nach Europa und sammelte dazu in einer von Daimler angeführten Investitionsrunde 125 Millionen US-Dollar ein. Die meisten der geplanten Ladestationen sollen   sich auf Europa und Nordamerika verteilen, kleinere Anteile sind in Australien und Neuseeland geplant.

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Exponentielles Wachstum

Beratungsfirmen prognostizieren ein exponentielles Wachstum von Ladeinfrastruktur in den kommenden Jahren. Insbesondere in den USA fließen bereits große Summen in das Geschäftsfeld. ChargePoint rechnet damit, dass bis 2040 mehr als die Hälfte aller weltweit verkauften Fahrzeuge einen Elektroantrieb haben werden. Die Internationale Energieagentur prognostiziert bis 2020 eine Verdreifachung der Zahl der Elektroautos. In den nächsten fünf Jahren kommen etwa 40 neue E-Fahrzeugmodelle auf den Markt. ChargePoint will vom erwarteten Boom profitieren und denkt nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters darüber nach, bis 2022 an die Börse zu gehen.

Die Selbstverpflichtung gehe einher „mit einer Revolution im Transportwesen und der größten Wachstumsphase in der Geschichte unseres Unternehmens“, verkündete Pasquale Romano, Präsident und CEO von ChargePoint auf dem Global Climate Action Summit in San Francisco. Durch die Nutzung der Ladesäulen könnten Autofahrer nach Angaben von ChargePoint knapp zwei Millionen Tonnen Treibhausgas-Emissionen vermeiden. Zu den größten Konkurrenten des kalifornischen Ladeanbieters zählen die deutschen Energieversorger Innogy und Eon, der französische Konzern Engie sowie Fortum und Vattenfall aus Skandinavien.

Keine drei Ladevorgänge pro Tag

Bisher läuft das Geschäft allerdings noch schleppend: 2017 lag der Anteil der weltweit verkauften Elektro- und Hybridfahrzeuge bei gerade mal vier Prozent am Gesamtmarkt. Zwar gibt es dem Ladesäulenregister des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zufolge in Deutschland momentan rund 13.500 öffentliche Ladepunkte, und der Zuwachs im vergangenen Jahr lag bei 25 Prozent.

Der Verband weist jedoch darauf hin, dass an Stationen, die mehrere 1.000 Euro kosten, teilweise nicht mal drei Ladevorgänge am Tag stattfinden. Der Aufbau einer Ladeinfrastruktur sei zwar eine Investition in die Zukunft, so der BDEW. „Der Durchbruch der Elektromobilität kann aber erst gelingen, wenn die Automobilindustrie endlich Modelle auf den Markt bringt, die in Preis und Leistung mit Verbrennern konkurrieren können“, sagt BDEW-Hauptgeschäftsführer Stefan Kapferer. Angebote im Premiumsegment hälfen dabei nicht weiter.

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Jutta Maier
Keywords:
Elektromobilität | Ladesäulen | Ladeinfrastruktur | Chargepoint | BDEW
Ressorts:
Finance | Markets

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