„It has been signed“, mit diesen Worten verkündete der ukrainische Energieminister Eduard Stavytsky den Vertragsabschluss zur Schiefergas-Förderung mit dem US-Konzern Chevron, wie die Nachrichtenagentur Reuters meldet. Das Volumen des Handels liegt bei zehn Milliarden US-Dollar. Chevron darf damit am Olesska Gasfeld in der Westukraine Schiefergas fördern. Der europäische Konkurrent Shell hatte sich für ein Feld im Osten des Landes bereits Anfang des Jahres einen ähnlichen Fördervertrag sichern können.

Ursprünglich wollt Kiew den Vertrag mit dem US-Konzern bereits im Sommer abschließen, scheiterte aber zunächst am politischen Widerstand in der westukrainischen Provinz Ivano-Frankivsk. Die bergige Waldregion ist bei den Ukrainern ein beliebtes Urlaubsziel. In einem neuen Vertragsentwurf sollte Kiew deswegen den Schutz der Umwelt stärker berücksichtigen. 

Die Ukraine will mit dem Schiefergas seine Abhängigkeit von russischen Gas senken. Die Regierung kalkuliert bei der Erschließung der beiden Förderfelder mit zusätzlichen Reserven von bis zu 16 Milliarden Kubikmetern jährlich. In den vergangenen Jahren war es wegen der Gaslieferungen aus Russland immer wieder zu Konflikten zwischen Moskau und Kiew gekommen. 

 

Umweltschützer fürchten mit dem Chevron-Deal um das Touristengebiet in Ivano-Frankivsk (depositphotos, Yuriy Brykaylo )