Chinas Spione sollen es laut US-Behörde bei Solarworld insbesondere auf die Korrespondenzen im Zusammenhang mit der Antidumping-Klage 2012 abgesehen haben. Auch Unternehmen aus anderen Branchen, in denen Dumpingvorwürfe gegen China erhoben wurden, seien von Cyberangriffen betroffen.

Chinas Regierung dementiert die Vorwürfe zur Industriespionage vehement, während Solarworld-Chef Frank Asbeck gegenüber Spiegel Online von unfairen Mitteln spricht. Die Volksrepublik plane „die komplette Übernahme der weltweiten Solarindustrie mit Mitteln des Dumpings und der Industriespionage“. 

Solarworld hatte 2012 vor der US-Handelskommission gegen chinesische Konkurrenten geklagt. Die Unternehmen aus Fernost würden mit Modulen zu Niedrigpreisen den Markt überschwemmen, so der Vorwurf damals. 

Sowohl in den USA wie auch ein Jahr später in Europa führten die Klagen Solarworlds zu Strafzöllen für chinesische Anbieter. In den USA untersuchen die Behörden derzeit die Produktionsstrategien chinesischer Modulhersteller, erneut auf Initiative Solarworlds. Indem diese Solarzellen aus Taiwan verbauen, umgehen sie US-Antidumping-Zölle, so der Vorwurf.

 
Solarworld-Chef Frank Asbeck im Dauerclinch mit China (Solarworld)